Thomas Stridde über den neuen Internetauftritt der Stadt Jena, dem die Kontaktfreude fehlt

Das Werk dreier Jahre wirkt luftig und wohlsortiert. Und der Clou: Von Afrikaans bis Zulu lassen sich Textangebote in 81 Sprachen aufrufen. Wer Klartext mit den Ämtern – die heute „Fachdienste“ heißen – reden will, hat es aber schwerer als mit der Vorgänger-Homepage: Der Klick-Weg führt jetzt über das Portal „Rathaus“, weiter über „Stadtverwaltung“ und „Struktur“, um zu den vier Dezernaten zu gelangen. Die untergeordneten Fachdienste und Teams sind in einem Organigramm dargestellt, nur fehlen jegliche Telefonnummern. Einzig die Rufnummer des Ober-Chefs – des Dezernenten wird angeboten. Das wirkt wie ein salami-taktischer Rückzug: Auf der bisherigen Homepage waren noch die Fachdienste telefonnummeriert und Namen der Führungsleute vermerkt. Wochen zuvor hatte die Verwaltung aus Datenschutz-Gründen bereits das Telefonverzeichnis eliminiert. Sachbearbeiterin X im Fachdienst Y anrufen – aus, vorbei.  Hurra, unter „www.jena.de“ ist der neue Internet-Auftritt der Stadtverwaltung da.

Seltsam: Städtische Eigenbetriebe sind mit ihren Internet-Portalen viel offenherziger. Etwa bei Jenakultur und dem Immobilieneigenbetrieb KIJ gibt‘s den Link „Ansprechpartner“. Das macht Kontakt-Freude.