Thorsten Büker über die Generallinie der Politik in Jena und dem Umland

Der Wahlkampf geht in die Verlängerung: Das ist nicht wirklich eine Sensation. Blicken wir aber auf das Abschneiden der Stadtspitze und ziehen den Vertreter der Koalition noch hinzu, ist zu konstatieren: Eine breite Zustimmung zur Generallinie der Jenaer Kommunalpolitik sieht anders auch.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Schröter und Peisker, aber auch Koppe als Fraktionschef der CDU müssen sich fragen lassen, ob diese Generallinie noch die Mehrheit der Bevölkerung erreicht – immerhin lag die Wahlbeteiligung bei 53,3 Prozent und damit deutlich über den 46,1 Prozent aus dem Jahr 2012.

Dass es reicht, mit wenigen Themen einen erfolgreichen Wahlkampf zu gestalten, zeigte Thomas Nitzsche. Verkehr und das Umland, vielmehr bot der liberale Frontmann eigentlich nicht, und traf doch den Nerv vieler Menschen in Jena. Autofahrer sind halt auch Wähler, wichtige Wähler.

Der Stadt stehen zwei spannende Wochen bevor. Vor allem die Frage, wer jetzt wen unterstützt, könnte genügend Zündstoff bieten – und möglicherweise die Koalition belasten. Was verlangen die Linken, sollten sie den Kandidaten der ungeliebten SPD unterstützen?

Und dann ist da noch Arne Petrich, der in diesem Wahlkampf von Beginn an wie ein Choleriker wirkt und das genaue Gegenteil von dem verkörperte, was er gebetsmühlenartig seit Jahren von der Stadtspitze einforderte: Transparenz. Schon die Art und Weise, wie er mit unliebsamen Meinungen umging, wie er Menschen brüskierte, die nicht zu seinen wenigen Claqueuren zählten, war ein Indiz dafür.

Petrichs Glaube, ein passabler Kandidat zu sein, war der beste politische Witz der vergangenen Jahre. Angesichts magerer 1,3 Prozent dürfte selbst ihm das Lachen vergangen sein.

Im Landkreis nichts Neues: Dreimal gewann Andreas Heller die Landratswahl, jetzt auch im ersten Anlauf. Das nennt man wohl alternativlos in einer konservativ geprägten Region. Die Liberalen hatten offenbar ein feines Näschen mit ihrem Flyer: der CDU-Mann Heller für den Saale-Holzland-Kreis und Nitzsche in der Stadt.

An dieser schwarz-gelben Achse dürften allerdings die Mitglieder der Jenaer Union immer noch zu knabbern haben. Zumindest kann Andreas Heller jetzt Thomas Nitzsche ganz unverhohlen die Daumen drücken.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren