Umweltaktivisten besetzen einen weiteren Baum in Jena

Jena.  Die sogenannten Climate Climbers solidarisieren sich mit den Protesten in Nordrhein-Westfalen.

Ein neues Baumhaus namens „Paranoia“ wurde Dienstagabend in einen anderen Baum im Paradiespark gesetzt. 

Ein neues Baumhaus namens „Paranoia“ wurde Dienstagabend in einen anderen Baum im Paradiespark gesetzt. 

Foto: Climate Climbers

Baumbesetzung als genehmigte Kundgebung: In Jena haben Umweltaktivisten zum zweiten Mal einen Baum besetzt. Die sogenannten Climate Climbers haben am Dienstagabend in luftiger Höhe ein Baumhaus aus Paletten gebaut. Vor eineinhalb Wochen wurde die Aktion von der Polizei und mit Hilfe der Feuerwehr beendet.

„Die Kundgebung wurde genehmigt unter Einhaltung der Auflagen. Das heißt, das Baumhaus wurde als Versammlungsort akzeptiert. Im Radius von zehn Metern darum dürfen sich keine Menschen aufhalten, um abzusichern, dass Gegenstände herabfallen könnten“, sagt auf Anfrage Stefanie Braune, Leiterin der Stabsstelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

Die Climate Climbers Jena verstehen ihre Aktion als Solidaritätsbekundung für Umweltaktivisten im Dannenröder Forst und die Aktion „Solitopia – alle Bäume bleiben“ vom Jugendnetzwerk für politische Aktionen. Das neues Baumhaus namens „Paranoia“ wurde Dienstagabend in einen anderen Baum im Paradiespark gesetzt. „Der schnelle Abriss des letzten Baumhauses war ein Rückschlag, aber wir haben daraus gelernt und das Paraneuer, ein neues Baumhaus im Para, gebaut“, heißt es in einer Stellungnahme.

Aktivisten in Nordrhein-Westfalen wollten Widerstand dagegen leisten, dass der Energiekonzern RWE mit Baumfällungen bei den vom Abriss bedrohten Dörfern Keyenberg und Lützerath beginnt. Auch im Dannenröder Forst haben letzte Woche die Räum- und Rodungsarbeiten begonnen. Für jeden Baum, der gefällt werde, werde ein anderer besetzt, heißt es in der Mitteilung. Für die Climate Climbers sei die Besetzung des Baumes im Paradiespark eine gute Alternative, sich auch in Jena für die Erhaltung des Dannenröder Forstes und der Dörfer um den Tagebau Garzweiler einzusetzen.

Nach Angaben der Stadt wurde die erste Besetzung des Baumes beendet, weil sie nicht als Kundgebung angemeldet worden war. Die Situation am Nachmittag sah so aus, dass keine Person das Baumhaus betreten durfte. „Wir sind aber diesbezüglich schon mit einem Anwalt im Gespräch, um eine neue Versammlung auf dem Baum anmelden zu können. Wir werden unsere Besetzung so schnell nicht aufgeben“, sagt ein Aktivist auf Anfrage.