„Unternehmer in Verantwortung“: Großer Bahnhof in der Camburger Bahnhofstraße

Dornburg-Camburg.  Fenster, Türen, Küchen, Möbel Ladeneinrichtungen – bei der Do-Ca bekommen Kunden (fast) alles. Nachhaltig ist hier kein Schlagwort, sondern Praxis.

Als „Unternehmer in Verantwortung 2020" ist Markus Seibt (rechts) am Montag von Landrat Andreas Heller ausgezeichnet worden.  Der Chef der Tischlerei Do-Ca in Camburg muss sich um die Firmenzukunft keine Sorgen machen. Tochter Kathleen (links) steht als frisch gebackene Tischlergesellin in den Startlöchern, um die Firma einmal vom Vater zu übernehmen. Der war vor 28 Jahren selbst ins väterliche Geschäft eingestiegen. 

Als „Unternehmer in Verantwortung 2020" ist Markus Seibt (rechts) am Montag von Landrat Andreas Heller ausgezeichnet worden.  Der Chef der Tischlerei Do-Ca in Camburg muss sich um die Firmenzukunft keine Sorgen machen. Tochter Kathleen (links) steht als frisch gebackene Tischlergesellin in den Startlöchern, um die Firma einmal vom Vater zu übernehmen. Der war vor 28 Jahren selbst ins väterliche Geschäft eingestiegen. 

Foto: Angelika Schimmel

Markus Seibt ist ein zupackender Typ, der nicht viel drumherum redet und nichts auf die lange Bank schiebt. Anders könnte er seine Tischlerei, die Do-Ca, auch nicht führen. Schließlich hat er als Chef Verantwortung nicht nur für seine eigene Familie, sondern für die Familien seiner 18 Mitarbeiter. Solide und bodenständig, wie das Material, mit dem er arbeitet, soll auch seine Firma dastehen.

Dass sie genau das tut, beweist der Preis, den Markus Seibt am Montag aus der Hand von Landrat Andreas Heller (CDU) entgegen nehmen konnte: den Unternehmerpreis des Saale-Holzland-Kreises 2020. Seibt erhielt den ersten Preis im Wettstreit „Unternehmer in Verantwortung“. Der Tischlermeister führt das Unternehmen, das der Vater vor 60 Jahren gegründet hatte, seit nunmehr 28 Jahren mit Umsicht und Verantwortung.

„Leistungsgerechte Entlohnung, betriebliche Altersversorgung und familiengerechte Arbeitszeiten tragen auch hier zum guten Betriebsklima bei“, lobte der Landrat den Unternehmer. Die Firma unterstütze auch ortsansässige Vereine, und mit der Eigenherstellung von Bauelementen aus dem nachwachsenden Rohstoff leiste sie zudem einen Beitrag zur Nachhaltigkeit.

Nachhaltig, also mit Blick auf die Zukunft gerichtet, geht Seibt auch in Angelegenheiten der Unternehmens-Nachfolge vor. Tochter Kathleen hat im August erfolgreich ihre Gesellenprüfung als Tischlerin abgeschlossen. Jetzt steht sie im väterlichen Betrieb im Bereich der Fensterfertigung ihren „Mann“.

Sonderrechte habe sie keine, höchstens wenn es um das Heben schwerer Lasten gehe, brauche sie manchmal Hilfe der Kollegen, erzählt sie. „Bei manchen Kunden gab es dagegen schon mal fragende Blicke, wenn ich zum Messen oder zu Absprachen wegen eines Auftrages gekommen bin“, erzählt die 19-Jährige lachend. „Aber wenn ich dann an die Arbeit gehe, legt sich die Skepsis schnell“, ergänzt sie.

Auch wenn es bis dahin noch ein bisschen Zeit hat, mit dem Gedanken, die Firma einmal vom Vater zu übernehmen, spielt die junge Frau schon. Holz sei voll ihr Metier, sie habe schon als Kind gern Zeit in der Werkstatt zugebracht und habe immer schon Tischlerin werden wollen, räumt sie ein. Da ist der Apfel nicht weit vom Baum gefallen: Dass er Tischler werden wollte, das „war für mich in Stein gemeißelt“, hat Markus Seibt einmal in einem Interview gesagt. Allerdings hatte er nicht beim Vater, sondern bei einem anderen Meister in einer Möbeltischlerei gelernt.

Meisterschule? Ja, auch darüber hat Kathleen Seibt schon nachgedacht. Aber erst einmal will sie Erfahrungen sammeln in den verschiedenen Bereichen. „Wir machen alles, außer Obstleitern“ sage der Vater immer, und das stimme. Fenster, Haus- und Zimmertüren, Treppen sowie Möbel- und Ladenbau gehören zum Spektrum der Do-Ca-Tischlerei. „Wir arbeiten im Umkreis bis 250 Kilometer für privat, aber auch für größere und öffentliche Auftraggeber“, erklärt der Chef. „Das reicht von Ausstattungen für Drogeriemärkte bis zum Nachttisch für das private Schlafzimmer.“

Auch die Stadt Dornburg-Camburg und die Verwaltungsgemeinschaft gehören zu den Kunden. „Ob es größere Aufträge wie für den Kindergarten in Dorndorf-Steudnitz sind oder kleinere Reparaturen, die Do-Ca arbeitet schnell und zuverlässig“, lobt Bürgermeisterin Dorothea Storch den „Unternehmer in Verantwortung 2020“.

Platz 2 des Unternehmer-Wettbewerbes des Saale-Holzland-Kreises ging 2020 an die Schreinerei Höfner GmbH aus Kahla, deren Geschichte bis in das Jahr 1956 zurück reicht. Den 3. Platz erkannte die Jury den Inhabern André und Denny Claus der Hermsdorfer Anlagen Instandhaltung (HAI) GmbH aus Hermsdorf zu.