Urkundenfälschung bei Handyverträgen: Jenaer kommt mit Geldauflage davon

Gera.  Kurzer Prozess am Landgericht Gera nach Missbrauch von Blanko-Verträgen: Mit diesem Trick wurden Kunden zum Vertragsabschluss gebracht.

Blick aufs Justizzentrum Gera: Hier verhandelt das Landgericht Gera.

Blick aufs Justizzentrum Gera: Hier verhandelt das Landgericht Gera.

Foto: Tino Zippel

Das Landgericht Gera hat am Donnerstag ein Verfahren wegen gewerbsmäßiger Urkundenfälschung gegen Zahlung von 1000 Euro eingestellt. Angeklagt war ein 35-Jähriger, der in Jena und Weimar Mobilfunkverträge ohne Wissen der Betroffenen abgeschlossen haben soll, um an hochwertige Handys zu kommen – der Trick war einfach.

Betroffene unterschreiben Handyvertrag, ohne es zu wissen

Die Staatsanwaltschaft hatte ihm vorgeworfen, mit einem Geschäftspartner in den Jahren 2011 und 2012 von dieser Masche profitiert zu haben. Ihre Vertriebsfirma in Jena und eine zweite Firma in Weimar hätten Aufträge zur Einrichtung von Mobilfunk und Internet an Partnervertriebe gegeben.

Tatsächlich waren diese Anträge zumeist blanko unterschriebene Antragsformulare, welche eine Promotionfirma bundesweit bei Standwerbungen eingesammelt hatte. Die Betroffenen hatten dort unter Vorspiegelung falscher Tatsachen ihre persönlichen Daten und ihre Bankverbindungen angegeben. Sie ahnten nicht, dass es sich um Anträge für Mobilfunkverträge handelte, weil die Standwerber die vorgelegten Schriftstücke zum Teil abgedeckt hatten.

Die Staatsanwaltschaft warf dem Angeklagten vor, dass er es auf die Provision abgesehen hatte oder Mobilfunkgeräte erhalten wollte, ohne diese an die vermeintlichen Kunden weiterzugeben. Stattdessen sei es das Ziel gewesen, diese auf eigene Rechnung zu verkaufen.

Angeklagter akzeptiert Geldauflage von 1000 Euro

Die dritte Strafkammer unter Vorsitz von Christina Lichius regte zum Prozessauftakt am Donnerstag an, das Verfahren gegen eine Geldauflage einzustellen. Sowohl der Angeklagte als auch die Staatsanwaltschaft billigten diesen Weg. Die Strafverfolgung gegen den Geschäftspartner des Angeklagten war bereits eingestellt, da dieser eine Haftstrafe wegen anderer, schwererer Delikte wie Betäubungsmittelkriminalität, Diebstahl und gewerbsmäßige Hehlerei verbüßt. Gegen den nun Angeklagten ist das Verfahren endgültig beendet, sobald er die 1000 Euro beglichen hat.