Vogel kritisiert: Jenaer Stadtrat blieb außen vor

Jena.  Beim Thema Stadtwerke kritisiert der SPD-Stadtrat auch Bürgermeister und Parteikollegen Christian Gerlitz.

Jörg Vogel.

Jörg Vogel.

Foto: Arlene Knipper

Da sich die Mitglieder des Stadtwerke-Aufsichtsrates in Schweigen hüllen, sorgt die Entscheidung, die Verträge mit den zwei Geschäftsführern nicht zu verlängern, weiterhin für öffentliche Kritik. Jetzt hat der SPD-Stadtrat und langjährige Fraktionschef Jörg Vogel moniert, dass der Stadtrat außen vor geblieben sei. Pikant: Damit stellt er sich auch gegen den SPD-Bürgermeister Christian Gerlitz, der die Entscheidung mitgetragen hat.

Vogel räumt ein, dass er auch in diesem Herbst eine erneute Wiederbestellung von Thomas Zaremba und Thomas Dirkes erwartet und ihr zugestimmt hätte. „Ich weiß: Die Stadtwerke Jena und ihre Geschäftsführer sind erfolgreich und wurden für diese erfolgreiche Arbeit immer wieder gelobt, zuletzt im November im Stadtrat durch den OB. Ich weiß auch, dass ich als Stadtrat jeweils zweimal der Bestellung beziehungsweise Wiederbestellung von Thomas Zaremba und Thomas Dirkes zugestimmt habe – gemeinsam mit einer übergroßen Mehrheit im Stadtrat“, betont Vogel. Ein Paukenschlag sei in der vergangenen Woche die Nachricht gewesen, dass die Stadt sich von dem Geschäftsführer-Duo trennen werde .

Diese Mitteilung passe so gar nicht in den Kontext der sonstigen Erfolgsmeldungen zum Wirtschaftsstandort Jena, für den die Stadtwerke Jena unverzichtbar seien. „Die eigentlichen Beweggründe für diese Entscheidung bleiben im Dunkeln und unausgesprochen. Die Aufsichtsräte verweisen vordergründig auf ihre Verschwiegenheitspflicht“, kritisiert Vogel.

Unterschiedliche Auffassungen über die Neuausrichtung

Die Stadtwerke-Holding sind eine einhundertprozentige Tochter der Stadt: Am vergangenen Mittwoch informierte das Rathaus darüber, dass es zu der geplanten Neuausrichtung der Gruppe unterschiedliche Auffassungen gebe. „Deshalb werden die Geschäftsführer Thomas Zaremba und Thomas Dirkes hierbei die nächsten Schritte im Interesse der Gesellschaften aktiv begleiten und die Unternehmen dann im Verlauf des Jahres 2021 planmäßig verlassen.“ Die Wiederbestellung von Thomas Zaremba hätte im September 2021 angestanden, die von Thomas Dirkes 2022.

Beobachter gehen immer mehr davon aus, dass atmosphärische Störungen das Motiv sind. Kritisiert werden vor allem der Führungsstil, der bisweilen ruppige Umgang mit Mitarbeitern.

Aus der Jenaer Stadtwerke-Geschäftsführer: Planmäßig und unfreiwillig