Vorschau auf die Kulturarena-Woche: Gänsehautstimmen und Ohrenschmeichlern

Jena  In dieser Woche gibt es bei der Kulturarena unter anderem drei ausverkaufte Konzerte und eine Liebeserklärung an die Gruppe Queen.

Die Band Giant Rooks tritt am 15. August in der Kulturarena Jena auf.

Die Band Giant Rooks tritt am 15. August in der Kulturarena Jena auf.

Foto: Nils Lucas

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Die neue Arena-Woche in Jena steht bevor und damit sind gleich drei ausverkaufte Konzerte angekündigt: Für Tom Odell, Giant Rooks und Faber gibt es leider keine Karen mehr an der Abendkasse. Generell fällt auf: Bis auf das heutige Arena-Akustik-Konzert ist diese Woche musikalisch in Männerhand.

Sarah McCoy

Fans, die Konzerte von Sängerin, Pianistin und Songwriterin Sarah McCoy besuchen, nennen die Songs ihrer Künstlerin „Unterwelt-Jazz“. So hat man gleich eine Idee, wie die Lieder der Amerikanerin wohl klingen, in denen es um Liebe und Tod geht, um Schönheit und Schrecken, und die die Sängerin mit einer Gänsehaut-Stimme präsentiert.

Geboren wurde Sarah in dem kleinen Kaff Pine Plains bei New York. Im Kindesalter zog es die Familie in das wärmere Klima von Charleston, South Carolina – eine glückliche Zeit in direkter Strandnähe. Aber dann musste sich Sarah innerhalb weniger Tage dem Tod ihres Vaters und ihrer Großmutter stellen. Ihre Rettung: ein altes Klavier, auf dem sie ihre Trauer verarbeitete.

Nach Jahren, geprägt von Gelegenheitsjobs, Straßenmusik, wird 2013 der französische Filmemacher Bruno Moynie auf Sarah aufmerksam und dreht eine Filmdoku über sie. Zudem überredet er Sarah zu einer Konzertreise durch Frankreich, wo sie wiederum von Chilly Gonzales entdeckt wird. Der produziert gleich ihr Debüt „Blood Siren“, das nun live seinen vollen Geschmack entfalten darf.

Heute, 20 Uhr, Volksbad Jena

Geschichten aus der Wiener Halbwelt und Neo-Austropop in Jena

Tom Odell

Er wird verglichen mit Jeff Buckley, mit Chris Martin von Coldplay, mancher handelt ihn als neue Version von Elton John: Tom Odell und sein Piano werden Ende 2012 zu kleinen Berühmtheiten. Mit Anfang 20 schreibt er Musik, die auch von den ganz Großen des Popmusikgeschäfts stammen könnte. Seine Instrumentierung ist häufig reduziert, den Texten jedoch mangelt es nicht an großen Worten und Wirkungen. Es geht um unerfüllte Sehnsüchte, um Liebe und um das Älterwerden.

Mit sieben Jahren beginnt Tom Odell mit dem Klavierspielen, mit 13 komponiert er erste eigene Songs und mit 18 zieht er nach Brighton, wo er am Institute of Modern Music seine musikalische Ausbildung weiterführt. Anfang 20 wird er von Lily Allen in London entdeckt, und sie nimmt für ihr Label sein Debütalbum „Long Way Down“ auf. Gleich die erste Auskopplung „Another Love“ wird für Tom Odell zum Durchbruch, als ein deutscher Mobilfunkanbieter den Song in seiner Werbekampagne einsetzt. 1,8 Millionen CDs verkaufen sich von dem Ohrenschmeichler.

Mittwoch, 14. August, 20 Uhr, Theatervorplatz (ausverkauft)

Giant Rooks

Zeitloser britischer und amerikanischer Alternative-Pop, eine Spur Folk, ein Hauch Elektronik und treibende Rhythmen sind der Kern des Quinettts „Giant Rooks“ aus Hamm. Vor allem sind ihre Songs eines: akzentuiertes englischsprachiges Songwriting der Spitzenklasse.

So kommt es nicht von ungefähr, dass die fünf Multi-Instrumentalisten Frederik Rabe, Finn Schwieters, Luca Göttner, Jonathan Wischniowski und Finn Thomas seit dem Jahr 2015 geradezu eine Blitzkarriere aufs Musikparkett gelegt haben. Nachdem Frederik und Gitarrist Finn schon mit acht Jahren ihre erste gemeinsame Punkband gegründet hatten, suchte und fand man, nun gerade 18-jährig, im kleinstädtischen Hamm Gleichgesinnte für ein neues Musikprojekt: The Giant Rooks.

Allen ist klar: entweder ganz oder gar nicht. Und so geht dann auch alles ziemlich schnell: Die erste selbstveröffentlichte EP sorgt für Aufmerksamkeit, die zweite, „New Estate“, verbreitet sich wie ein Lauffeuer. Die Band gewinnt den renommierten popNRW-Preis, tourt zusammen mit Größen wie Kraftklub, Mighty Oaks und The Temper Trap und spielt auf den renommiertesten Festivals im In- und Ausland.

Donnerstag, 15. August, 20 Uhr, Theatervorplatz (ausverkauft)

Rymden

Der Norweger genießt nicht nur den Ruf eines innovativen musikalischen Grenzgängers, der mit seinem elektronisch angehauchten Jazz traumhafte Klangwelten aufbaut. Er erweitert auch mit jedem Projekt seinen musikalischen Kosmos, der inzwischen beachtliche Tiefen erreicht. Ob Minimal, Kammermusik oder Folklore, ob solo, im Duo oder in großer Besetzung – Bugge Wesseltoft geht die Wege allesamt und mit ganzem Einsatz – auch im Trio „Rymden“, zu Deutsch „Raum“, den sich die drei Ausnahmemusiker gleichberechtigt teilen.

Angefüllt mit Jazz, dessen Grenzen sie beständig dehnen: mal hin zum Rock, zum Pop, mal zur Fusion oder zum nordischen Blues und zur Klassik. Mit subtil eingesetzten Synthesizern und Electronics zeigt das Trio vor allem eine unbändige Lust am Spielen.

Freitag, 16. August, 20 Uhr , Theatervorplatz

Faber

Kaum zu glauben, dass dieser gerade einmal 24-jährige zarte Typ mit Wuschelkopf diese rauchige Stimme hervorbringt, die klingt, als hätte sie mehr als nur eine schwere Nacht erlebt; und dass die Texte zwischen tiefschwarzem Humor und einer lebensklugen Abgründigkeit tatsächlich schon in so jungen Jahren mit ihr zusammenfinden können. Aber da steht er, dieser Faber aus der Schweiz, der mit bürgerlichen Namen Julian Pollina heißt, und begeistert die Musikwelt. Faber bürstet den pathetisch-romantischen Deutschpop tatsächlich gehörig gegen den Strich. Und er wagt dabei unbequeme Perspektivwechsel. Schwimmen dürfen diese teils provokanten Textzeilen in einem dichten Bad von Folk, Polka, Blues, Rock, Indie, Chanson bis hin zu Balkandisco.

Sonnabend, 17. August, 20 Uhr Theatervorplatz (ausverkauft)

Muckemacher

Musik, die Kindern und Erwachsenen Spaß macht, ist nicht nur die Rettung für lange Autofahrten. Schließlich will man spätestens nach dem dritten „Nochmal!“ lieber gemeinsam trällern, als den Kopf stoisch aufs Lenkrad schlagen.

So holen Muckemacher Erwachsene und Kinder gleich gemeinsam zum Spielen ab: wenn sie fröhlich sind, wenn sie Party machen wollen, wenn sie nachdenklich sind, abgelenkt werden wollen oder auch wenn sie traurig sind. Und da groovt es über das Kinderzimmer hinaus mit Cumbia, Ska, Rocksteady, HipHop, Mambo und Dub – eben cooler Musik, der man die Spielfreude, die die beiden Musiker und Komponisten Verena Roth und Florian Erlbeck mitbringen, sofort anhört.

Diese instrumental vielfältige, krachende Spielfreude haben sie auf technisch hohem Niveau nun bereits auf drei Alben festgehalten – von Partykrachern und gute Laune-Mitsing-Liedern bis hin zu Liedern über starke Mädchen und Kritik an der Wegwerfgesellschaft. Dabei reisen die Berliner nicht nur durch die Stile der Musikgeschichte, sondern auch durch deren verschiedenste Epochen.

Sonntag, 18. August, 15 Uhr, Theatervorplatz

Yuli

Der Spielfilm „Yuli“ erzählt die bewegende Lebensgeschichte des berühmten kubanischen Balletttänzers Carlos Acosta. Der wächst in Havanna auf, die Familie hat wenig Geld. Carlos‘ Vater ist streng und wünscht sich eine bessere Zukunft für seinen Jungen. Als er Carlos‘ großes Talent fürs Tanzen bemerkt, meldet er ihn gegen den Willen seines Sohnes bei der staatlichen Ballettschule an. Der Vater sorgt mit harter Hand dafür, dass Carlos seine Ausbildung beendet, zuletzt sogar in einem Ballett-Internat in der Provinz. Yuli lernt, mit der Einsamkeit zu leben und der Tanz wird vom Zwang zur Zuflucht. Und schon bald merken alle, die Carlos tanzen sehen: Hier tanzt ein zukünftiger Star.

Sonntag, 18. August, 21 Uhr, Theatervorplatz

Bohemian Rhapsody

Jeder fängt mal klein an. Kein Wunder also, dass auch Queen nicht gleich als Rockstars vom Himmel gefallen sind. Ehe sich Freddie Mercury, Brian May, Roger Taylor und John Deacon 1971 in der bis heute weltweit verehrten Besetzung als Queen zusammenfinden, lernen sie ihr Handwerk in anderen, kleineren Bands. Ab diesem Moment jedoch treten sie einen Siegeszug durch die Welt der Rock- und Popmusik an und sind aus derselben dank Hits wie „We will rock you“, „Don‘t stop me now“, „We are the Champions“ oder dem titelgebenden „Bohemian Rhapsody“ nicht mehr wegzudenken.

Unvergessenen ist der Frontmann, unvergessen ist die Band – „Bohemian Rhapsody“ ist eine Liebeserklärung an beide und folgt ihnen von den Anfängen bis zum legendären Auftritt im Wembley-Stadion 1985.

Montag, 19. August, 21 Uhr, Theatervorplatz

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