Nach schweren Vorwürfen gegen Trainer: So reagieren FC Carl Zeiss und Verhoene

Jena.  Eltern von Nachwuchsspielern erheben schwere Vorwürfe gegen Chefcoach Kenny Verhoene und A-Junioren-Co-Trainer Jens Förster.

Schwere Zeiten für Jenas Cheftrainer Kenny Verhoene. In seiner Funktion als A-Junioren-Coach werden schwere Vorwürfe gegen ihn erhoben.

Schwere Zeiten für Jenas Cheftrainer Kenny Verhoene. In seiner Funktion als A-Junioren-Coach werden schwere Vorwürfe gegen ihn erhoben.

Foto: Tino Zippel

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Der FC Carl Zeiss Jena setzt einen externen Prüfer ein, um die schweren Anschuldigungen gegen das U19-Trainerteam Kenny Verhoene und Jens Förster unter die Lupe zu nehmen. Das bestätigte am Montag Geschäftsführer Chris Förster unserer Zeitung.

„Wir nehmen die Vorwürfe sehr ernst und werden jetzt Gespräche mit allen Betroffenen – den Spielern, den Eltern und dem Trainerteam – führen. Zeitnah werden wir dann über etwaige Konsequenzen informieren“, sagte Förster. Mit einer Entscheidung beim Fußball-Drittligisten sei noch in dieser Woche zu rechnen.

Vorwürfe lesen sich verheerend

Am Montag hatte die Bild-Zeitung einen internen Brief publik gemacht, in dem Vorwürfe gegen das U19-Trainerduo Verhoene/Förster aufgelistet wurden. Das Schreiben hatte zusätzliche Brisanz durch die Unterschriften von Heiko Nowak, Leiter des Nachwuchsleistungszentrums (NLZ), sowie Stefan Treitl in seiner Funktion als Leiter Individualisierung des NLZ gewonnen. Treitl ist zudem Aufsichtsratmitglied beim FCC. Intern zeigten sich die Vereinsgremien sehr verwundert, dass sie über den Brief nicht informiert worden waren.

Die Vorwürfe lesen sich verheerend: So sollten Spieler Fotos per WhatsApp aus dem Urlaub schicken, bei denen ihr Bauch zu sehen ist. Von Übernachtungen im Sommer-Trainingslager auf dem Boden einer Umkleidekabine ohne Fenster ist die Rede. Seltsame Ernährungstipps kommen zur Sprache (8 bis 12 Eier zum Frühstück plus 400 Gramm Mett) sowie der Vorwurf, dass im Team Angst vorm Trainerteam herrsche und dass die Verantwortlichen die 17- bis 19-Jährigen „mental fertiggemacht“ haben.

Nach Informationen unserer Zeitung sind die Anschuldigungen von den Eltern von zwei oder drei Spielern erhoben worden. Andere haben sich am Montag beim Verein gemeldet und äußerst überrascht gezeigt. Sie sagten, dass sie mit der Arbeit des Trainerteams der A-Junioren zufrieden seien.

Fotos haben einen Beigeschmack

Insbesondere die Fotos haben einen Beigeschmack. Diese wurden nach unseren Information vom fürs Konditionstraining zuständigen Co-Trainer Jens Förster angefordert, um den Fitnesszustand der Talente im Urlaub zu überprüfen. Zuvor hatte es Messungen der Bauchfalte gegeben, um Rückschlüsse auf den Trainingszustand der Talente zu ziehen. Dabei wollte der Co-Trainer „nur“ Bilder vom Bauch sehen, der Kopf habe nicht aufs Bild gemusst, die Hosenwahl keine Rolle gespielt.

Die Übernachtung zu fünft oder sechst in einer Umkleidekabine hat offenbar so stattgefunden. Die Spieler hatten aber Luftmatratzen dabei. Ein Fenster hatte die ungewohnte Schlafstätte aber nicht und laut Schreiben auch eine Lampe mit Bewegungsmelder, die bei jeder kleinen Bewegung angegangen sei.

Verhoene schaltet Anwalt ein

Weiter Licht ins Dunkel bringen wollten die Betroffenen vorerst nicht. Kenny Verhoene, seit 27. Februar auch Cheftrainer der Drittliga-Mannschaft, bestätigte unserer Zeitung, dass er wegen Falschbehauptungen einen Anwalt eingeschaltet habe. Er will sich zu einem späteren Zeitpunkt äußern. Verhoene hatte schon zu Zeiten als Sportdirektor einen schweren Stand in der Nachwuchsabteilung – offenbar vermutet er eine Kampagne. Von Jens Förster, der mit Geschäftsführer Chris Förster nicht verwandt ist, gab es via Verein keine Aussage. Heiko Nowak, der den Brief unterschrieben haben soll, sagte, dass der Verein an einer Aufklärung arbeite und ein Statement abgeben wolle.

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