Wein und Pizza angesagt im Ricarda-Huch-Haus Jena

Jena.  Ein Jenenser will am Löbdergraben Gastronomie mit Niveau

Maximilian Kurth will im November ein Restaurant im Ricarda-Huch-Haus eröffnen. Dabei soll Wein eine besondere Rolle spielen. 

Maximilian Kurth will im November ein Restaurant im Ricarda-Huch-Haus eröffnen. Dabei soll Wein eine besondere Rolle spielen. 

Foto: Michael Groß

Pizza ist nicht gleich Pizza! Das will der junge Gastronom Maximilian Kurth beweisen mit einem Spezialitäten-Restaurant, das der waschechte Jenenser Mitte November im Ricarda-Huch-Haus eröffnen wird. Alles soll sich dort um Pizza, Pasta und vieles mehr drehen. Aber hier sollen keine Durchschnittswaren auf die Tische kommen, sondern Gerichte nach originalen neapolitanischen Rezepten und mit Zutaten, die zum größten Teil aus Italien bezogen werden.

Das künftige Lokal wird „nine o five“ heißen. Der Name ist Programm: Abgeleitet ist der englische Name von der Zahl 905, und zwar 905 Grad Fahrenheit (485 Grad Celsius), bei der die Pizzen im Ofen des Restaurants gebacken werden. Das soll auch ganz korrekt eingehalten werden. Kurth macht deutlich, dass dem Pizzateig vorher auch genug Zeit gegeben werde, sich zu entwickeln. Konkret heißt das: 72 Stunden Fermentierung.

Es kommt dem 29-Jährigen auf Qualität an. Viele Anbieter würden Pizza aus Industriewaren und aus vorbereiteten Fertigwaren backen. Das komme für ihn nicht in Frage. Die Gäste werden das ganz klar im Geschmack merken, ist er sich absolut sicher. „Italienische Küche mag für manche Leute als Küche mit einfachen Gerichten erscheinen. Der Fehler bei vielen Pizzaanbietern ist, dass sie es sich zu einfach machen und auf schnelle Zubereitung und schlechte Bestandteile setzen. Aber bei guter Handhabung kann diese Küche höchste Qualität bieten."

Qualität ist für Kurth aber nicht nur bei Speisen wichtig, sondern auch bei Getränken. Dabei favorisiert er besonders Weine aus Deutschland, aus renommierten Anbaugebieten und von Weingütern, die noch als Geheimtipps gelten. Internationale Weine werden ebenso zu finden sein. Als Kenner der Materie möchte er seine Gäste dabei ausgiebig beraten.

Junger Wirt mit einiger Erfahrung

Hierbei kann der junge Gastronom schon aus Erfahrung schöpfen. So absolvierte er eine Kochausbildung bei Hans Stefan Steinheuer in dessen zwei Michelin-Sterne besitzenden Gourmet-Restaurant in Bad Neuenahr in einer Weinanbau-Region nahe Bonn und war später auch im renommierten Leipziger Restaurant „Falco“ tätig.

„Doch irgendwann hat man den Wunsch, etwas eigenes aufzubauen und den Menschen Erlebnisgastronomie zu bieten", sagt Kurth. Und die müsse gar nicht mal so teuer sein. Niveau und Anspruch könnten zu einem normalen Preis umgesetzt werden. Auch ein Student könne künftig abends essen gehen ins Ricarda-Huch-Haus. Pizzen von zehn bis fünfzehn Euro seien ja durchaus erschwinglich.

Er hat auch schon Pläne für das Ricarda-Huch-Haus, wo er sowohl die Räume im Erdgeschoss als auch den Saal im 1. Stock nutzen will. So möchte er unter anderem thematische Veranstaltungen zu Weinen und passenden Speisen anbieten. Aber auch Tagungen kann sich Kurth im Saal vorstellen. Und auf die nächsten warmen Jahreszeiten freut er sich. Denn dann können auch auf der Terrasse Gäste Platz nehmen.

Den Schlüssel fürs Ricarda-Huch-Haus hat Kurth inzwischen von der Eigentümerin, der Wohnungsgenossenschaft Carl Zeiss, erhalten. Nun hat er alle Hände voll zu tun mit der Einrichtung des vor Jahren denkmalgerecht sanierten Jugendstil-Hauses. Auch ein im Lokal befindlicher Pizza-Ofen und eine kleine Schauküche sollen entstehen. Damit könnte endlich wieder Leben einziehen in das 1914 als studentisches Verbindungshaus der „Agronomia Jenensis“ errichtete Gebäude. Zu DDR-Zeiten und danach diente das Gebäude sozialen Zwecken, unter anderem für die Volkssolidarität. Eine erste gastronomische Nutzung blieb kürzlich erfolglos. Die Zimmer über dem Saal waren indes gut gefragt und sollen auch künftig als Hotelzimmer genutzt werden.

Info: www.nineofive.de