Wie Thüringer Hochschulen Millionen durch die Hintertür verdienen

Erfurt.  Eine neue Fernhochschule hat sich in Erfurt angesiedelt. Andere Thüringer Hochschulen dürfen deswegen auf zusätzliche Zahlungen in Millionenhöhe hoffen.

Nun sitzt die Hochschule mit den meisten Studierenden nicht mehr in Jena.

Nun sitzt die Hochschule mit den meisten Studierenden nicht mehr in Jena.

Foto: Tino Zippel / OTZ

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Die IUBH Internationale Hochschule ist fortan die Thüringer Hochschule mit den meisten Studierenden. Die private Fernhochschule hat aktuell 25.000 Studierende und ihren Hauptsitz von Nordrhein-Westfalen nach Thüringen verlegt. Das hat auch für andere Thüringer Hochschulen einen positiven Effekt: Sie dürfen auf zusätzliche Zahlungen in Millionenhöhe hoffen.

Die Höhe der zusätzlichen Bundesmittel aus der Bund-Länder-Vereinbarung zum Hochschulpakt III, die sich aus dem Standortwechsel ergeben, kann das Thüringer Wissenschaftsministerium noch nicht exakt beziffern. „Die genaue Summe wird erst nach der vorgesehenen Endabrechnung Ende des Jahres 2020 feststehen“, sagt Ministeriumssprecher Stephan Krauß. Diese sei auch davon abhängig, wie hoch der Zuwachs an Studien­anfängern in Thüringen und in den anderen Ländern ist.

Effekt nicht von langfristiger Wirkung

Allerdings hat das Ministerium schon einmal grob überschlagen. Bislang leistet der Bund für die Jahre 2021 bis 2023 eine Vorauszahlung von 35,9 Millionen Euro. Bei gleichbleibenden Studienanfängerzahlen der IUBH im Jahr 2020 ergeben sich laut Krauß rein rechnerisch Mehreinnahmen an Bundesmitteln in Höhe von rund 37 Millionen Euro. „Diese würden anteilig in den Jahren 2021 bis 2023 an die Hochschulen einschließlich der IUBH ausgezahlt“, sagt Krauß.

Der Effekt ist aber nicht von langfristiger Wirkung, da künftig andere Kriterien für die Zuschüsse gelten. Über das Jahr 2023 hinaus erhält die IUBH daher auch kein Geld mehr von Thüringen, so der Sprecher.

Das Thüringer Wissenschafts­ministerium hatte die Hochschule, die aus Bad Honnef nach Erfurt gezogen ist, bei der Antragstellung auf staatliche Anerkennung betreut und beraten. Die IUBH bietet verschiedene Bachelor- und Masterstudiengänge unter anderem in Wirtschafts-, Gesundheits- und Technikthemen an.

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