Willkommen im Jenaer Club der 100-Jährigen

Jena.  Georg Musack aus Jena ist auch im hohen Alter „immer am Laufen“. Am Mittwoch feierte er mit seiner Familie den 100. Geburtstag.

100 Jahre alt: Georg Musack aus der Bonhoefferstraße feierte den rundesten aller Geburtstage.

100 Jahre alt: Georg Musack aus der Bonhoefferstraße feierte den rundesten aller Geburtstage.

Foto: Foto: Thomas Beier

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Der Club der 100-Jährigen hat seit Mittwoch ein neues Mitglied: Georg Musack aus der Bonhoefferstraße feierte den rundesten aller Geburtstage. In diesem Fall darf man von Lobedaer Urgestein sprechen, denn seit 1973 wohnt er in der Häuserzeile, die in Jena auch als Chinesische Mauer bekannt ist. In Jena gibt es zwei Dutzend Menschen, die 100 Jahre und älter sind.

Das Geburtstagskind feierte mit seiner Familie, ging Mittagessen im Ratsherrenzimmer der Ratszeise, trank mit seinen Lieben Kaffee.

50 Jahre arbeitete Musuack bei Schott. Er hat als Glasbläser alle Stationen vom Hilfsarbeiter bis zum Obermeister und Abteilungsleiter mit Verantwortung für ein großes Kollektiv durchlaufen. 7.30 Uhr ging die Arbeit los, oft war er bis 18 Uhr im Werk. „Ich war immer am Laufen“, sagte er.

Dass er die Wohnung in Lobeda hat, ist vor allem seiner schon vor Jahren verstorbenen Frau zu verdanken. Die Zeissianerin mühte sich besonders hartnäckig um eine Wohnung, denn in der Mittelstraße waren die Wohnverhältnisse für die junge Familie wenig erbaulich.

Georg Musack stammt aus der Uhlstädter Ecke. Als die schlimmste Zeit seines Lebens bezeichnete er die Jahre in Kriegsgefangenschaft. Erst 1949 kehrte er aus Russland zurück. Dies und die schwierigen Nachkriegsjahre relativieren manche heutigen Probleme für ihn.

Die Jahre gehen gesundheitlich an Georg Musack nicht ganz spurlos vorbei. Sehen, Hören, Laufen fallen schwerer. Die beiden Söhne leben in Nordrhein-Westfalen und im südlichen SHK: In Lobeda ist es so auch die Hausgemeinschaft, die den Hochbetagten bei Alltagsverrichtungen unterstützt. „Ich brauch nur zu lallen, dann hilft man mir“, sagte er mit einem Augenzwinkern.

Von seinem großen Balkon konnte Musack zuletzt die Brückenbauarbeiten an der Schnellstraße beobachten. „Den Verkehr höre ich nicht mehr“, sagt er zu Ortsteilbürgermeister Volker Blumentritt, der die Glückwünsche der Stadt überbrachte. Für Blumentritt war es der erste Zentenar 2020.

„Immer am Laufen“ ist Georg Musack auch heute noch, und so läuft er täglich zu seiner Lebensgefährtin in der Nachbarschaft. Beide verbringen viel Zeit miteinander und spielen mit Vorliebe Rommé.

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