„Haben es respektabel gemacht“: Erster Pflichtspielsieg für neuen FC Carl Zeiss-Trainer

Siemerode  FC Carl Zeiss Jena steht nach mühsamem 3:1 bei Grün-Weiß Siemerode aus der Landesklasse im Viertelfinale des Landespokals. Im Training legt der neue Trainer diesen neuen Fokus.

Abgeklärt: Der Siemeröder Eric Kleineberg (links) gegen Jenas Anton Donkor.

Abgeklärt: Der Siemeröder Eric Kleineberg (links) gegen Jenas Anton Donkor.

Foto: Uwe Petzl

Rico Schmitt klatschte erst in die Hände und danach seine Akteure, die auf der Bank saßen, sowie den Trainerstab ab. Mit dem 3:1 (2:0)-Erfolg im Achtelfinale des Fußball-Landespokals beim eichsfeldischen Landesklässler SV Grün-Weiß Siemerode feierte der neue Coach des FC Carl Zeiss Jena im ersten Pflichtspiel unter seiner Ägide den ersten Sieg.

Glanzvoll war der Erfolg des Favoriten, für den Dominik Bock vor der Pause (19./45.) sowie der eingewechselte Ole Käuper kurz vor dem Ende (88.) trafen, zwar nicht. Doch das war für Schmitt, der nach der Absage von Wunschkandidat Timo Rost Anfang letzter Woche einen Kontrakt bis Saisonende unterschrieb, der sich bei Klassenerhalt automatisch verlängert, nicht primär. „Wir haben es respektabel gemacht“, erklärte der 51-Jährige, der zuvor den VfR Aalen betreut hatte. Zwar habe er seinem Team in Sachen Ergebnis „null Toleranzbereich“ eingeräumt – alles andere als ein Weiterkommen wäre für das Schlusslicht der dritten Liga auch nicht akzeptabel gewesen –, allerdings hatte Schmitt seine Spieler in den Tagen zuvor im Training kräftig schwitzen lassen. „Wir sind körperlich nicht frisch in das Pokalspiel gegangen, aber das haben wir bewusst so gemacht“, erläuterte er.

Das Duell mit dem kampfstarken Kontrahenten, der sich vor knapp 700 Zuschauern in jeden Zweikampf warf und nach dem 1:2 durch einen verwandelten Foulelfmeter (52.) sogar noch etwas Oberwasser bekam, war für Schmitt ein guter Test in Sachen Charakter. „Jeder konnte zeigen, wie er sich im Zweikampf und im Kopfball behauptet“, erklärte Schmitt, der an der Seitenlinie Unterstützung von seinem Co-Coach René Klingbeil erhält.

Nach dem Anschlusstreffer der Siemeröder, die von Jenas Coach ein Lob ob ihres nie erlahmenden Engagements erhielten, habe sich seine Elf zwar „ein bisschen von der Hektik“ anstecken lassen, aber dann „das Kämpferische angenommen“ und sich letzten Endes auf dem sehr kleinen Platz „den Sieg erarbeitet“.

In den Tagen zuvor hatte Schmitt die Mannschaft nicht mit taktischen Details überfrachtet, sondern eher an den Basics gearbeitet. Auch zahlreiche Einzelgespräche standen dabei auf der Tagesordnung. Und was Schmitt dabei heraushörte, stimmte ihn durchaus zufrieden: „Alle haben sich sehr selbstkritisch gegeben.“

Das ist die Basis, denn nach einem kümmerlichen Punkt in der Meisterschaft müsse sich seine Crew erst wieder „Kredit erarbeiten“. Der Pokalsieg kann bei diesem Vorhaben kein Gradmesser sein. Am kommenden Sonntag geht es in Schmitts erstem Heimspiel gegen Würzburg.

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