Zwätzen und Kahla im Pokal in der Erfolgsspur

Fußball: Partie der Chemiker verspätet angepfiffen. Glaswerker blamieren sich in Altengottern

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Jena-Zwätzen – Gera Westvororte4:0

Zwätzen bleibt weiter dran. Nach dem gelungenen Saisonstart in der Landesklasse wurde auch die erste Pokalhürde erfolgreich gemeistert. Und das souverän im Duell mit dem ehemaligen Konkurrenten und Aufsteiger in die Landesliga Gera Westvororte, gegen die man in der letzten Spielzeit zweimal ohne eigenen Treffer verloren hatte.

Zunächst begannen die Gäste auch dominant. Vor allem Schneider deutete seine Klasse bei einigen Aktionen wiederholt an, wurde aber von der Zwätzener Abwehr letztlich immer an die Leine gelegt. Nach einer knappen halben Stunde übernahmen dann die Nordjenaer das Zepter.

Logische Konsequenz , der 1:0-Führungstreffer (42.) kurz vor der Pause. Mill erlief sich im Sprint einen langen Ball und hämmerte ihn aus 14 Metern links oben ins kurze Eck. Auch nach dem Seitenwechsel demonstrierte Zwätzen seine Kompaktheit, dem Landesligisten gelang weiterhin nichts Zwingendes. Dafür nutzten die Gastgeber sich bietende Räume konsequent. Bei einem schnellen Gegenzug düpierte Strobel einen Kontrahenten per Lupfer, spielte vor der Strafraumgrenze den heraus geeilten Geraer Keeper aus, behauptete sich auch bei einer finalen Grätsche eines Abwehrspielers, schob dann ungehindert zum 2:0 (59.) ein. Beim dritten Treffer machte Stark mit einer Flanke seinem Namen alle Ehre. Mills Kopfball konnte Bierbaum mit Reflex noch parieren, bevor Cevin Czimmernings zweiter Kopfball den Weg ins Netz fand – 3:0 (66.). Kurz danach brannten einem Geraer die Sicherungen durch. Strobel steckte auf Jan-Lukas Bernewitz durch. Sippel holte den aus der zweiten Mannschaft aufgerückten Angreifer rüde von den Beinen, ohne den Hauch einer Chance zu haben, den Ball zu spielen. Rot (69.)! Bernewitz musste daraufhin mit einer Bänderverletzung ausgewechselt werden.

Nach dieser gräßssichen Szene gab es noch einen schönen Abschluss der Partie. Nenz schickte einen sehenswerten Flugball auf die andere Seite, wo sich Kießling im Eins-gegen-eins durchsetzte. Seine präzise Eingabe in den Rücken der Abwehrkette vollstreckte der heran eilende Best zum 4:0 (87.) flach ins lange Eck. Zwätzens Coach Daniel Sander wollte keinen Akteur herausheben, er war einfach angetan von der Geschlossenheit seines Teams.

Altengottern – SV Schott Jena2:1

Den Reiz des Pokals macht es aus, dass immer wieder niederklassige Gegner höherklassige ausschalten. Diesmal erwischte es die junge Landesliga-Truppe von Schott beim Aufsteiger in die Landesklasse Altengottern. Mit zirka zehn, vornehmlich polnischen Spielern bestückt, kauften die Gastgeber den Jenaern mit körperbetontem Spiel letztlich den Schneid ab. Trainer Falk Werner hatte davor gewarnt, doch Theorie und Praxis sind dann doch zwei verschiedene Dinge.

Zunächst ließ sich die Partie noch gut an. Schott war spielerisch besser, bis zum Sechzehner durchaus gefällig, konnte aber keine Torchance kreieren. Den Platzbesitzern fiel in den ersten zwanzig, fünfundzwanzig Minuten allerdings ebenso wenig ein. Sie nutzten dann eine Ecke der Schottianer zu einem schnellen Gegenzug. Der Torhüter schlug den abgefangenen Ball weit in die Hälfte der Gäste, zwei Verteidiger begleiteten den Torschützen nur, Keeper Tim Skatulla, der den angeschlagenen Glaser vertrat, wollte noch retten, bemerkte dann jedoch, dass er die Kugel nicht erreichen würde. So konnte Pankowski das Spielgerät über den Schlussmann ins leere Tor heben – 1:0 (30.).

Die Szenerie blieb danach die gleiche. Schott spielte gefällig, immer wieder gestört von den robusten Gegenspielern, die viel mit kleinen Fouls und Nickligkeiten agierten. So kam es seitens der Glaswerker nicht zum letzten Pass in den Sechzehner, es fehlten Abschlüsse: „Die fehlende Durchschlagskraft im Abschluss ist derzeit unser großes Manko, ähnlich zum Beginn der letzten Saison. Daran arbeiten wir mit den vielen neuen Spielern. Das wird sicherlich noch eine Weile dauern“, resümierte Falk Werner. Dennoch fiel die Vorentscheidung erst spät in der zweiten Halbzeit. Jedrzejczyk zog in einer unübersichtlichen Situation am Sechzehner einfach mal ab und fand beim zweiten Treffer (78.) die Lücke zum langen Eck per Flachschuss. Ein wenig spannend wurde es erst noch einmal, als der Schiri nach einer Ecke der Jenaer plötzlich Strafstoß pfiff. Sturm war am Trikot gezogen worden, John verwandelte zum 1:2 (83.). Am Pokalaus konnte die Schottianer danach aber nichts mehr ändern.

Chemie Kahla – FSV Sömmerda3:0

Die Kahlaer hatten zum Auftakt des Landespokals gegen Sömmerda eine zusätzliche Motivation. Trotzdem die Gäste auch in der Landesklasse kicken, waren sie laut Fupa-Tipprunde und einiger Expertentipps Favorit unter der Leuchtenburg.

Doch es stellte sich bald heraus, dass der Pokal seine eigenen Gesetze hat. Reuther demonstrierte bereits in der zweiten Spielminute den Anspruch der Platzherren zu zeigen, wer Herr im Hause ist. Sein Schuss klatschte an die Latte. Kurz darauf platzierte Schumacher einen Kopfball nach Ecke knapp über den Querbalken (4.). Und auch Bahner versuchte sich, aus der Distanz zielte er ebenfalls leicht daneben (17.). Reuther nahm dann noch einmal genau Maß. Sein Diagonalfreistoß segelte über alle, einschließlich die Fangarme des Keepers, landete im langen Eck - 1:0 (25.). Die Gäste entwickelten auf die Chemiker nur in den zehn Minuten vor dem Seitenwechsel so etwas wie Druck. Torhüter Felix Müller verlebte insgesamt einen ruhigen Nachmittag, brauchte beim Schuss von Falkenhahn nicht eingreifen (44.).

Nach der Pause schalteten die Porzelliner offensichtlich einen Gang zurück, obwohl Trainer Thomas Kellner eigentlich weiter konsequent nach vorn spielen lassen wollte. Seine Jungs passten sich dem Gegner an. Deshalb passierte lange nichts. Als der Sömmerdaer Watzke zum zweiten Mal verwarnt wurde - nach unsportlichem Handspiel in der Anfangsphase und nun Trikotzupfer als taktisches Foul beim Konter Kahlas musste er mit Gelb-Rot vom Platz (76.) - wurde es nochmal lebendiger. Enkelmann schickte Bahner mit einem Lupfer in die Tiefe, der wiederum lupfte ebenfalls den aufspringenden Ball mit der Fußspitze über den entgegen kommenden Torhüter zum 2:0 (81.) ins Netz. Enkelmann selbst machte mit einem verwandelten Foulstrafstoß den Deckel drauf - 3:0 (90.). Schumacher war im Sechzehner zuvor von den Beinen geholt worden.

Als die Partie abgepfiffen wurde, war es schon sehr spät, weit nach 18 Uhr. Obwohl für 15 Uhr angesetzt, konnte erst 16.25 Uhr begonnen werden, weil die Gäste auf Grund eines Unfalls im Jagdbergtunnel lange Zeit im Stau davor festgehalten wurden. In telefonischer Absprache zwischen den Kahlaer Verantwortlichen, dem Referee und dem Thüringer Fußballverband hatte man so lange gewartet, um doch noch anpfeifen zu können. Die Chemikern war es dabei besser gelungen, die Spannung hoch zu halten.

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