Jena. Die Erfurter Band Northern Lite hat am Samstag im Jenaer Kassablanca die Masse in Bewegung gebracht.

„Doch wenn du mich so ansiehst, weiß ich nicht mehr, was passiert. Kaninchen vor der Schlange, voll hypnotisiert“, singt Andreas Kubat, der aber in voller Coolness sämtlichen Blicken widerstehen konnte. Davor schützte ihn schon seine dunkle Sonnenbrille, die er nahezu das ganze Konzert über trug.

Northern Lite spielte am Samstag im Kassablanca in Jena. Es hätten kaum mehr Menschen innerhalb der Mauern gepasst. Kein Wunder, denn die Band aus Erfurt erfreut auf der aktuellen Tour mehrere ausverkaufte Konzerte.

Kein Wunder eigentlich, denn diese Art der Musik geht zwangsläufig in den Körper und bewegt diesen. Und während die einen zumindest in den hinteren Reihen schwangen, verkippten andere im Takt den Inhalt der Becher und wieder andere verzichteten gleich auf Getränke, um sich voll auf die Musik zu konzentrieren.

1997 gründeten Kubat und Sebastian Bohn die Band und bewegen sich seither zwischen Elektropop, Technofärbungen und Rockgitarrenklänge. Nach dem Best-of-Album aus 25 Jahren erschien vergangenes Jahr noch 25 Jahre live in Erfurt. Woran sich ganz aktuell „A History of Love“ anschloss. Der gleichnamige Song läuft seit einiger Zeit auf vielen Radiosendern hoch und runter und hat sich zum Ohrwurm entwickelt.

Jeder Song ist tanzbar

Northern Lite spielt deutsche Titel gleichermaßen wie englische. Aber das spielt auch keine Rolle, denn die Stimme von Andreas Kubat kann beides. Für Bohn an den Tasten und Frithjof Rödel an den Saiten ist das sowieso egal. Es gibt keinen Song, der nicht tanzbar ist. Keinen, dessen Textzeile nicht hängen bleibt. Und sogar die gerade erst veröffentlichten Titel konnten viele schon mitsingen.

Dass die Band Fans hat, ist unumstritten. Darunter auch die Kategorie, die man Groupies nennt. Lautes Kreischen über ein Autogramm war da die eher harmlose Reaktion. Eintrittskarten mit Daten und ein BH flogen in Richtung Bühne, und eine der Damen schaffte es am Schluss sogar, auf die Bühne zu klettern.

„Northern Lite“ geht immer, sagte kürzlich jemand. Und ja, früh, mittags und abends macht der Klang einfach gute Laune. Wer einmal auf ein Konzert geht, ist unter Garantie danach northern-lite-infiziert. „Und wenn du mich so ansiehst, dann weiß ich, das war es wert“, ist also nicht nur eine Textzeile, sondern kann wohl jeder nach zweieinhalb Stunden Konzert sagen.

Northern Lite im Kassablanca in Jena.
Northern Lite im Kassablanca in Jena. © Funke Medien Gruppe | Stephanie Rössel