Gräfenwarth. Stephanie Rössel über den Brauch von Grundsteinlegungen und die Faszination der Zeitkapseln

Ich weiß nicht, wie viele Grundsteinlegungen ich beruflich in den vergangenen Jahren wahrgenommen habe. Es waren auf jeden Fall eine Menge. Und immer wieder frage ich mich, was in hunderten Jahren passiert, wenn man beim Abriss oder Einsturz eines Gebäudes so eine mit Dokumenten befüllte Hülse findet. Zwar habe ich das Einlegen von Dutzenden inzwischen dokumentiert, doch noch nie hat mich jemand informiert, wenn bei einem Abriss mal eine gefunden wurde. Wurde vielleicht noch nie eine gefunden? Warum heißt es Grundsteinlegung, wenn bei dieser doch meist schon Mauerstücke stehen und seit wann legt man diese Zeitkapseln eigentlich ein? Schon in der Bibel wird der „Eckstein“ erwähnt. Auf diesem standen wichtige Informationen. Grundsteinlegung heißt also nicht Baubeginn. Das wird eher mit dem Spatenstich zelebriert. Eher ist die Grundsteinlegung inzwischen eben der Brauch statt einem Stein mit Daten, Informationen in eine Zeitkapsel zu packen. Ecksteine wurden mehrere entdeckt, aber wie spannend muss das sein, so eine Hülse mit Papieren und Gegenständen zu finden.

Stephanie Rössel, Lokalreporterin in der Redaktion Schleiz
Stephanie Rössel, Lokalreporterin in der Redaktion Schleiz © Schleiz | Schleiz