Saalfeld. Konservative Beschaffungsstrategie und vorsichtige Kalkulation haben Spielräume eröffnet, die zum Vorteil der Kunden genutzt werden

Gute Nachrichten für Kundinnen und Kunden der Stadtwerke Saalfeld (SWS) GmbH: Wie das Unternehmen am Montag mitteilte, werden die aktuellen Strom- und Gaspreise für 2024 beibehalten. Nach sorgfältiger Prüfung und Kalkulation wurde entschieden, dass aktuell keine Preiserhöhung zwingend notwendig sei. „Die gestiegenen Netzentgelte und die nochmalige Erhöhung der CO2-Abgabe werden wir nicht an die Kunden weiterreichen“, wird Alexander Kronthaler, Geschäftsführer der Saalfelder Stadtwerke, zitiert. Das gelte sowohl für Privat- als auch für Gewerbekunden in der Grundversorgung und den Tarifprodukten.

Bereits Anfang August 2023 hatten die Stadtwerke bekanntgegeben, dass die Tarifkunden in der Strom- und Gasversorgung von gesunkenen Beschaffungskosten profitieren sollen und die Preise zum damaligen Zeitpunkt deutlich gesenkt. In der Gasversorgung mussten die Preise allerdings zum 01.01.2024 leicht angehoben werden, hier waren die Stadtwerke noch von einem moderaten Anstieg der Netzentgelte und des CO2-Preises ausgegangen.

Kalkulation wird im Laufe des Jahres überprüft

„Durch unsere konservative Beschaffungsstrategie und vorsichtige Kalkulation haben wir das nun eingetretene Szenario bereits beleuchtet und waren somit zumindest ansatzweise darauf vorbereitet,“ ergänzt Michael Botsch, Vertriebsleiter der Stadtwerke Saalfeld GmbH. Nun werden die Stadtwerke genau darauf achten, wie sich die äußeren Rahmenbedingungen, der Verbrauch bei den Kunden und die Preise am Markt entwickeln. Dann soll im Laufe des Jahres die Kalkulation nochmal überprüft werden.

Gleichzeitig bestätigt Kronthaler, dass die Jahresrechnungen für das Jahr 2023 aktuell zum Versand vorbereitet werden. „Wir werden in Kürze ca. 20.000 Rechnungen an unsere Tarifkunden versenden“, so der Geschäftsführer. Und Michael Botsch ergänzt: „Wir bitten unsere Kunden bei Rückfragen oder Wünschen zur Änderung der Abschlagszahlung um Geduld. Aufgrund der besonderen Situation im letzten Jahr, der Abrechnung mit den Preisbremsen und der Preissenkung zum 01.08.2023 rechnen wir mit einer stark erhöhten Anzahl an Rückfragen.“

Unternehmen rechnet mit vielen Anfragen

Seine Mitarbeiter sind dann in wenigen Tagen mit hunderten Anfragen der Kunden per Telefon, E-Mail oder persönlich im Kundenzentrum der Stadtwerke vollständig ausgelastet. Alle eingehenden Anfragen werden in Ruhe, ordentlich und in der Reihenfolge des Eingangs abgearbeitet. Es ist aber zu erwarten, dass die Bearbeitung aller Anfragen mehrere Wochen in Anspruch nehmen wird.

Hintergrund: Die Bundesregierung hatte ursprünglich entschieden, die CO2-Abgabe ab 2024 von 30 auf 35 Euro pro Tonne Kohlendioxid zu erhöhen. Nun werden aber 45 Euro fällig. Und auch der erst kürzlich verlängerte Bundeszuschuss für die Netzentgelte fällt aufgrund der angespannten Haushaltslage des Bundes weg. Dadurch verdoppeln sich die Netzentgelte der Übertragungsnetzbetreiber in etwa. So steigt das Netzentgelt der Saalfelder Energienetze für einen Haushaltskunden Strom (ohne Besonderheiten) von 5,34 ct/kWh im Jahr 2023 auf 7,50 ct/kWh im Jahr 2024.