Saalfeld. Verband der Medikamentenversorger schlägt Alarm. CDU-Landtagsabgeordneter hält bedarfsgerechte Versorgung für unverzichtbar.

Aufgrund des Medikamentenmangels steht die Versorgung in Deutschland unter Druck. In Thüringen stehen derzeit laut Apothekerverband 43 Prozent beziehungsweise 211 der 491 noch existierenden Apotheken vor dem wirtschaftlichen Aus. Jede zehnte Apotheke schrieb demnach im vergangenen Jahr bereits rote Zahlen. In den vergangenen 15 Monaten mussten 16 Apotheken schließen. Während im Jahr 2011 noch auf 875 Einwohner eine Apotheke kam, ist diese Zahl auf über 1.100 Thüringer gestiegen.

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Darüber sprachen der Landtagsabgeordnete Maik Kowalleck und Landtagskandidat Martin Friedrich mit Sabine Kratky, Inhaberin der Markt-Apotheke Saalfeld und Apotheke Gorndorf. Als Kammer­vorstands­mitglied der Landes­apotheker­kammer Thüringen und durch die Mitarbeit in verschiedenen Gremien, hat Sabine Kratky Ein­blick in die politische Situation.

Honorare sollen erhöht werden

„Für eine bedarfsgerechte Medikamentenversorgung sind unsere Apotheken im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt unverzichtbar. Denn beinahe die Hälfte aller Patienten besucht gerade bei leichten Erkrankungen nicht den Hausarzt, sondern nur die Apotheke. Um die Existenz unserer Apotheken zu sichern, werden wir uns als CDU-Fraktion gegenüber der Landesregierung und auf Bundeseben dafür einsetzen, dass das Apothekenhonorar vor allem in kleinen Apotheken erhöht wird“, wird Maik Kowalleck in einer Mitteilung der CDU zitiert.

Die Sicherung der Medikamentenversorgung und die Situation der Apotheken auf dem Land habe die CDU-Fraktion außerdem zum Thema einer Aktuellen Stunde im Thüringer Landtag gemacht, um Druck auf die Landesregierung auszuüben, sich im Bundesrat entsprechend zu positionieren.

Abbau von Bürokratie als größte Herausforderung

„Auf Landesebene setzen wir uns vor allem für die Nachwuchs- und Nachfolgergewinnung in den Apotheken ein. Dazu muss einerseits die Zahl der Studienplätze erhöht werden. Neben der Erhöhung der Ausbildungskapazitäten bedarf es zudem einer Stärkung der Bindungskräfte an Thüringen und den ländlichen Raum. Gleichzeitig müssen Anreize gesetzt werden, um der mangelnden Bereitschaft zur Freiberuflichkeit entgegenzuwirken. Dazu zählen eine Landapothekerquote einzuführen und die Stiftung Ambulante Versorgung in Thüringen auszubauen, sodass angehende Apotheker stärker von dieser profitieren können. Größte Herausforderung wird aber der Abbau von unnötiger Bürokratie sowie überflüssigen Dokumentation-, Statistik- und Nachweispflichten sein. Dies werden wir entschieden angehen“, sagte Maik Kowalleck abschließend.