Astronaut Ulf Merbold weiht Startbahn in Obergrochlitz ein

Greiz.  Vor 40 Jahren kam es zur Gründung des Greizer Luftsportvereins. Am Samstag gab es zudem noch mehr Geburtstage zu feiern.

Von links: Martina Schweinsburg, Ulf Merbold, Uwe Peinl, Heinz Peinl, Alexander Schulze und Birgit Merbold kurz nach der ersten Landung des Astronauten und seiner Frau mit der Piper Seneca II.

Von links: Martina Schweinsburg, Ulf Merbold, Uwe Peinl, Heinz Peinl, Alexander Schulze und Birgit Merbold kurz nach der ersten Landung des Astronauten und seiner Frau mit der Piper Seneca II.

Foto: Christian Freund

Der Astronaut Ulf Merbold landete mit seiner Frau Birgit am Sonnabendmittag von Stuttgart kommend mit einer zweimotorigen Piper Seneca II als erster Pilot auf der sanierten Start- und Landebahn des Obergrochlitzer Flugplatzes. Anlass war die Einweihung der 740 Meter langen und 18 Meter breiten Piste.

Der Vorsitzende des Greizer Luftsportvereins, Uwe Peinl gratulierte Ulf Merbold unmittelbar nach dem Verlassen der Maschine zu seinem 79. Geburtstag. Ihm schlossen sich Landrätin Martina Schweinsburg (CDU) und Bürgermeister Alexander Schulze (parteilos) sowie weitere Besucher an. Das Besondere: Diese für die Vogtlandstadt wohl einmaligen Baumaßnahme wurde ausschließlich aus Spendengeldern finanziert.

Mit einem Überflug grüßten die Piloten des Luftsportvereins, Heintje Wiczisk in seinem Kunstflugzeug und Jens Güther im Greizer Flugzeug Z 42, die Eröffnungsgäste. Für Heinz Peinl war es ein ganz besonderer Tag, schließlich hatte er einen wesentlichen Anteil an der Gründung des Greizer Luftsportvereins mit dem ersten Start am 30. Juni 1990, den der Fluglehrer mit etwa 100 Mitgliedern vollzog.

Einen besonderen Höhepunkt gab’s , als sich Kosmonaut Sigmund Jähn und der Astronaut Ulf Merbold im Rahmen des Vogtländischen Raumfahrertreffens in Greiz am 17. April 1990 mit den Segelflugenthusiasten auf dem Obergrochlitzer Flugplatz trafen. Beide im Vogtland geboren, hatten zu diesem Zeitpunkt schon das All besucht, Jähn als erster Deutscher im Jahr 1978, Merbold 1983 als erster Westdeutscher und zweiter Deutscher. Seit dem besucht der promovierte Physiker und leidenschaftliche Pilot Ulf Merbold immer wieder gern seine alte Heimat, in der er bis zu seinem Abitur gelebt hat. Als langjähriges Ehrenmitglied des Greizer Luftsportvereins hat er an mehreren Thüringen-Meisterschaften im Streckensegelflug teilgenommen. Zur Historie des Flugplatzes: 1920 begannen wagemutige Piloten mit dem Segelflug auf der Obergrochlitzer Wiese. Bis 1979 etablierte sich vor allem der Segelflug mit vielen Höhepunkten auch für die Bevölkerung. Zum letzten Mal durfte der Fluglehrer Heinz Peinl am 26. Juli 1979 starten, dann wurde der Flugplatz für den Flugsport gesperrt, offensichtlich aus Angst vor etwaigen „republikflüchtigen“ Piloten. Lediglich ein stets bewachtes Agrarflugzeug war hinter einem Metallzaun stationiert.