Bäcker der Region wehren sich gegen Bonpflicht

Wildetaube.  Mitarbeiter und Kunden von Bäckern aus der Region seien genervt von der neuen Bonpflicht. Mit einer Aktion will man sich jetzt wehren.

Örn Rautenstrauch, Paul Treibmann, Mario Treibmann und Holger Rohrmann (von links) mit den gesammelten Kassenbons aus vier Tagen in den Bäckereien des Unternehmens.

Örn Rautenstrauch, Paul Treibmann, Mario Treibmann und Holger Rohrmann (von links) mit den gesammelten Kassenbons aus vier Tagen in den Bäckereien des Unternehmens.

Foto: Norman Börner

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Als Holger Rohrmann nach dem Brötchenholen seinen Pflichtbon in der Hand hält, kehrt er um und geht in die Bäckerei in Wildetaube zurück. „So ein bürokratischer Schwachsinn“, sagt er. Seit dem 1. Januar gilt für alle Händler die Pflicht, einen Kassenbon auszustellen. Schnell hat er Geschäftsführer Mario Treibmann von seiner Idee überzeugt.

Er will die von den Kunden oft verschmähten Belege zum Finanzamt nach Altenburg bringen. Mit Mario Treibmann und Betriebsleiter Örn Rautenstrauch hat er zwei Mitstreiter gefunden. „Der Frust bei Personal und Kunden ist hoch“, sagt der Betriebsleiter. Kunden würden genervt reagieren, wenn sie trotz Ablehnung am Vortag am nächsten Tag wieder einen Bon hingelegt bekommen.

Für das Unternehmen würden Mehrkosten in Höhe zwischen 320 und 350 Euro entstehen, die allein für die Rollen draufgehen. „Nicht mit eingerechnet ist die Abnutzung der Kassensysteme und die Arbeitszeit, die draufgeht“, so Rautenstrauch. Unverständlich findet er die Regelung auch, weil man 2019 für einen sechsstelligen Betrag ein neues Kassensystem angeschafft habe. „Jede Aktion der Kasse wird serverseitig gespeichert“, sagt er. Dem Staat falle nichts besseres ein, als auf veraltete Methoden zu setzen.

„Inzwischen verbringe ich 90 Prozent meines Arbeitstages mit Verwaltungsaufgaben“, sagt der Betriebsleiter. Mario Treibmann hat seine Idee wahr gemacht. „Die Dame sagte, man sei ja auch nur die Institution, die Gesetze umsetzt“, sagt er. Also zog er mit den Bons wieder ab. Aber er will nicht aufgeben,bei Bäckerinnung, Handwerkskammer und Bäckerorganisation noch vorfahren.

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