Meine Woche: Das Leben geht weiter

Heidi Henze schaut optimistisch in die Zukunft

Heidi Henze

Heidi Henze

Wer glaubte, dass mit dem Eintritt ins neue Jahr das vergangene Jahr nur ein Alptraum war, der musste sich eines Besseren belehren lassen. Fakt ist: Die Corona-Pandemie beherrscht nach wie vor das tägliche Leben.
Da sind die vermummten Leute wohl noch das kleinste Übel. Viel schlimmer empfinde ich, dass das Leben zum Erliegen kommt, der Einzelhandel um seine Existenz ringt und die Straßen menschenleer sind. Selbst Spaziergänger trauen sich kaum noch vors Haus und wenn doch, dann erntet man einen kaum zu deutenden Blick. Schließlich könnten die drei oder vier Personen nicht nur, wie nach den neuesten durch Land und Bund vorgeschriebenen Hygieneregeln, aus zwei Haushalten stammen. Dabei ist doch gerade herrliches Winterwetter. Für die Kinder eigentlich ideal. Endlich könnte der Schlitten wieder herausgeholt werden und eine fröhliche Schlittenpartie mit Freunde veranstaltet werden. Doch halt. Das darf und soll nicht sein! Möglichst sollen ja alle wegen Corona zu Hause bleiben. Ganz anders als im Frühjahr, wo man die Leute aufforderte, dass sie rausgehen sollten, um neuen Mut zu schöpfen. Klar, auch damals sollten sich keine Menschen zusammenrotten und eine Gruppenbildung war auch untersagt. Aber wie soll man es den Kleinen erklären, dass sie keine zünftige Schneeballschlacht mit Kumpels machen dürfen, keinen Schneemann oder -frau bauen können und wenn doch, dann mutterseelenalleine. Bei der Gelegenheit fällt mir doch ein Jahr ein, als Mitglieder des Skivereins Triebes Skipisten vorbereitet hatten, die zum Langlauf einluden und sehr gut genutzt wurden. Oder als auf dem Zeulenrodaer Marktplatz ein riesiger Berg mit Schnee angehäuft wurde und eine lustige Rodelparty stattfand. Wenn ich jetzt sentimental wäre, dann würde ich in pure Schwärmerei verfallen. Doch ich bin Optimist und hoffe, dass es im kommenden Winter wieder schneien wird und wir dann alle zusammen ein Schneevergnügen feiern können.
Vorerst begeben wir uns eben fast alleine in den verschneiten Greizer Park oder auch in das Zeulenrodaer Tiergehege oder eben an das Zeulenrodaer Meer. Diese Gebiete sind so weitläufig, dass man sich einfach aus dem Weg gehen kann. Und möchte man doch ein Wort miteinander reden, dann ist die Möglichkeit auf alle Fälle gegeben, dass selbst zwei Meter Abstand kein Problem sein dürften. Manchmal verkomplizieren wir vielleicht auch alles etwas. Auf alle Fälle ist eines Fakt: Das Leben geht weiter. Und wenn wir uns die schönen Begebenheiten ins Gedächtnis rufen, dann ist das Unschöne wenigstens nicht beherrschend.