„Das Leben ist schön“- im Gespräch mit Purple Schulz

Zeulenroda-Triebes.  Purple Schulz kommt nach Zeulenroda und spielt am 7. März im Karpfenpfeifersaal des Bio-Seehotels. Ticket über Eventim oder in den Vorverkaufsstellen

Mit 63 Jahren hat der Sänger und Musiker Purple Schulz  die Harpejji  für sich entdeckt. Am 7. März, wenn er in den Karpfenpfeifersaal im Bio-Seehotel in Zeulenroda-Triebes spielen wird, dann wird er auch auf der Harpejji spielen.

Mit 63 Jahren hat der Sänger und Musiker Purple Schulz die Harpejji für sich entdeckt. Am 7. März, wenn er in den Karpfenpfeifersaal im Bio-Seehotel in Zeulenroda-Triebes spielen wird, dann wird er auch auf der Harpejji spielen.

Foto: Agentur

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Purple Schulz wird am 7. März in Zeulenroda-Triebes spielen. Die Redaktion wollte wissen, ob es ihm am Zeulenrodaer Meer so gut gefallen hat, dass er nach 2019 auf der Seestern Panorama-Bühne gleich noch ein Konzert obendrauf legt.

Sie sind nach dem vergangenen Jahr am 7. März wieder in Zeulenroda-Triebes und geben ein Konzert im Karpfenpfeifersaal im Bio-Seehotel. Hat es Ihnen hier so gut gefallen?

Es war letztes Jahr unglaublich schön. Da haben wir auf der Seestern Bühne gespielt. Ich bin, was meine Spielorte angeht, immer sehr wählerisch. Wir suchen uns stets Orte aus, die ganz besonders sind. So spielen wir gerne in Kirchen, sind aber auch schon auf einem Friedhof oder im Bergwerk aufgetreten.

Was reizt Sie an solchen Spielorten?

Ich möchte vielseitig unterwegs sein. In besonderen Räumen entsteht immer etwas Besonderes, es ist stets eine neue Herausforderung und man vermeidet so die Routine.

Hat es auch etwas damit zu tun, dass das Hotel in Zeulenroda-Triebes Bio ist?

Wir ernähren uns zu Hause vollwertig mit Lebensmitteln aus biologischem Anbau. Da zieht es mich natürlich auch ins Bio Seehotel.

Sie haben Ihre Songs aus den 80er und frühen 90er Jahren wieder hervorgeholt und spielen diese mit wachsender Begeisterung. Warum?

Ich versuche, diesen Songs immer wieder etwas Neues abzugewinnen, immer wieder neue Facetten an ihnen zu entdecken. Auf meinem aktuellen Album „Nach wie vor“ habe ich mich meinen Songs aus den 80er oder frühen 90er Jahren gewidmet und sie ins Heute übertragen, da sie inhaltlich auch heute immer noch sehr aktuell sind.

War es auch bei dem Song „Der Wal“ so?

Genau. Dieser Song entstand damals als Reaktion auf den irrsingen Walfang der Japaner in den Achtzigern. Und weil Japan erst vor einem Jahr das Walfangmoratorium aufgekündigt hat – an das es sich übrigens Jahrzehntelang nicht gehalten hat –, ist dieser Song heute nicht minder aktuell. Deshalb habe ich ihn für das neue Album auch neu aufgenommen. Und so ist es mit ganz vielen Themen, die ich in der Vergangenheit bearbeitet habe. Bei den meisten hat sich teilweise nichts bis wenig getan und deshalb besteht heute immer noch Handlungsbedarf. Dieses Einmischen und Fragen stellen ist genau das, was Kunst leisten sollte.

Songs, die die heile Welt, die Liebe, beschreiben, sind bei Ihnen in der Unterzahl. Warum?

Liebe ist das allerwichtigste auf der Welt. Ohne Liebe ist das Leben ein Albtraum. Aber Liebe ist nicht heile Welt, Liebe ist manchmal anstrengend, fordert uns immer wieder neu heraus. Sie hat unglaublich viele Facetten. Damit ist sie ein unerschöpfliches Thema, besonders in der Pop-Musik. Aber Pop ist eben auch mehr als nur Liebeslieder, er ist auch Spiegel der Gesellschaft.

Was möchten Sie mit ihrer Musik zum Ausdruck bringen?

Ich möchte Dinge in Bewegung setzen. Über Dinge singen, über die viele noch nicht einmal sprechen wollen. Das ist mir wichtig, dass beim Zuhörer etwas im Kopf passiert. Zu erleben, das was passiert – und das tue ich jeden Abend, nicht nur während, sondern auch nach dem Konzert – das ist eine riesengroße Freude. Haben sie auch bei der Video-Produktion diesen Anspruch? Wir fragen uns stets bevor wir ein Video machen, was wir damit erreichen wollen. Ein Video ist sehr aufwändig. Es tut unglaublich gut, zu sehen, dass beispielsweise mein Demenzvideo „Fragezeichen“ mittlerweile in Kursen für Pflegekräfte gezeigt wird. Wenn man etwas bewegen kann, dann finde ich das eine ganz tolle Sache. Oder nehmen wir das aktuelle Video zu „Sehnsucht“: nur eine Einstellung und mit dem ersten Take im Kasten. Ich glaube, es ist das beeindruckendste Video, das ich je gedreht habe.

Was ist Ihr Motor?

Die Sehnsucht nach der Wahrheit - sie ist mein persönlicher Motor. Mit dieser Sehnsucht habe ich mich in meinem Buch „Sehnsucht bleibt“ intensiv auseinandergesetzt. Sehnsucht ist ein unerschöpfliches Thema. Was erwartet die Zeulenrodaer und ihre Gäste zu ihrem Konzert? Dieses Mal werde ich mich stärker auf die alten Songs konzentrieren, nachdem ich auf den letzten Tourneen hauptsächlich neue Songs gesungen habe. Aber natürlich werden auch ein paar ganz neue dabei sein.

Sie spielen ein neues Instrument?

Ja, ich habe mir mit 63 Jahren den Spaß erlaubt und komme mit einem komplett neuen Instrument auf die Bühne. Es ist eine Harpejji. Das ist eine Kombination aus Gitarre und Klavier. Es wird von oben bespielt, aber es hat 16 Seiten, die mit den Fingern angeschlagen werden. Das Instrument stammt aus den USA. In Deutschland gibt es davon nur sieben Stück.

Das Harpejji nimmt bei Ihnen eine Sonderrolle ein?

Das Harpejji ist eine wunderbare Ergänzung, weil es Klavier und Gitarre in sich vereint, aber trotzdem etwas komplett Neues ist. Es ist einfach schön, immer wieder zu sehen, dass man auch im Alter noch neue Sachen lernen kann. Das Lernen hört ja nie auf im Leben. Es ist ein großer Fehler, wenn man meint, dass man irgendwann mal fertig ist und zieht sich auf das Rentnerdasein zurück. In dem Moment schwindet auch jegliche Energie und dann ist es nicht mehr weit bis zum Tod. Diesen Zeitpunkt möchte ich soweit wie möglich hinaus zögern. Das Leben ist nämlich schön.

Purple Schulz spielt am: 7. März, 20 Uhr im Karpfenpfeifersaal im Bio-Seehotel am Zeulenrodaer Meer, Tickets über Eventim, im Bio-Seehotel, im Reisebüro am Stadtbrunnen oder im Touristinformationszentrum, Bleichenweg 30, geöffnet Montag bis Samstag von 10 bis 15 Uhr

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