Meine Meinung

Demokratie und Expertise

Norman Börner über die Diskussion um das neue Rettungsboot

Norman Börner.

Norman Börner.

Foto: Norman Börner

Feuerwehrausrüstung ist teuer. Hohe sechsstellige Summen für neue Fahrzeuge sind keine Seltenheit und belasten die Haushalte in den Kommunen oft stark. In klammen oder kleinen Städten und Gemeinden kann sich die Anschaffung eines dringend benötigten Fahrzeugs schon einmal über Jahre hinziehen. Oft sind es dabei die Feuerwehrleute, die immer wieder in den Gremien dafür werben müssen, dass ihre Ausstattung im Ernstfall über Leben und Tod entscheiden kann. Bestes Beispiel: Die seit Monaten offenstehende Ersatzbeschaffung einer Drehleiter für die Feuerwehr Zeulenroda. Und ja es kann einem schon mal die Hutschnur platzen, wenn man sich im Ehrenamt für den Schutz der Menschen engagiert und dann indirekt vorgeworfen bekommt, sich mit dem Rettungsboot ein überdimensioniertes Männerspielzeug zu gönnen. Anderseits muss bei solchen großen Ausgaben natürlich die Diskussion erlaubt sein. Denn Feuerwehrleute sind nun mal Interessenvertreter ihrer Zunft, die mitunter einseitig auf eine Sache schauen. Deswegen ist es gut, dass es diese Debatte gab oder gibt. Auch wenn sich eine Expertengruppe der Feuerwehr Gedanken gemacht hat, dann gilt es immer noch, diese Erkenntnisse bürgernah zu vermitteln. Das Motto „Vertraut doch einfach mal den Fachleuten“ ist in einer Demokratie selten durchsetzbar.