Aufregung um Trägerwechsel

Der Kindergarten „Sonnenschein“ bleibt in kommunaler Hand

Zeulenroda-Triebes.  Auf der Stadtratssitzung sollte der Antrag des DRK besprochen werden, der den Kindergarten „Sonnenschein“ in seine Trägerschaft übernehmen wollte.

Die Besucher der Stadtratssitzung zeigten gestern Präsenz. Sie wollten damit ihren Forderungen Ausdruck verleihen, dass die Kindereinrichtung "Sonnenschein“ in kommunaler Hand bleiben soll. 

Die Besucher der Stadtratssitzung zeigten gestern Präsenz. Sie wollten damit ihren Forderungen Ausdruck verleihen, dass die Kindereinrichtung "Sonnenschein“ in kommunaler Hand bleiben soll. 

Foto: Heidi Henze

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Hunderte Gäste kamen am Mittwochabend zur Stadtratssitzung in das Amtsgebäude von Zeulenroda-Triebes. Es waren die Eltern und Erzieherinnen des städtischen Kindergartens „Sonnenschein“, die große Präsenz zeigten. Bedeutend weniger, gut zehn Eltern und Erzieher, waren unter den Gästen, die aus dem DRK-Kindergarten „Villa Kinderglück“ in der Stadt kamen. Grund für das große öffentliche Interesse war die als Tagesordnungspunkt 21 vorgesehene Beschlussvorlage für die Stadträte zu einem Trägerwechsel für den Kindergarten „Sonnenschein“.

Der Tagesordnungspunkt wurde auf Antrag des Bürgermeisters der Stadt, Nils Hammerschmidt (parteilos), an vordere Stelle verlegt, während Marcus Hofmann (CDU-Fraktion) sich nicht nur etwas mehr Zeit für eine interne Kommunikation gewünscht hätte, sondern eben auch, dass dieser Antrag nicht in der Öffentlichkeit so hoch angebunden wird. „Es war hoch emotional. Wir sind vor Gericht gezogen und hätten es untereinander regeln können“, so Markus Hofmann. Der Antrag für die Stadträte war auf den Verbleib der Kindereinrichtung in kommunaler Trägerschaft ausgerichtet. Die Stadträte stimmten der Beschlussvorlage mehrheitlich zu.

Der Diskussion vorausgegangen war ein Antrag des Kreisverbandes des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) auf Übernahme der Kindereinrichtung „Sonnenschein“ in freie Trägerschaft. Miteinander gesprochen haben die Leiterinnen beider Kindereinrichtungen und die Vorsitzenden beider Elternbeiräte.

Hintergrund des Antrages ist, dass der Kindergarten „Villa Kinderglück“ im kommenden Jahr wegen bautechnischer Mängel und der dafür anfallenden hohen Kosten, die die Stadt nicht stemmen kann, geschlossen werden muss. Erzieher und Kinder, gut 30 Mädchen und Jungen, werden im kommenden Jahr in das Gebäude des Kindergartens „Sonnenschein“ integriert.

Aus dem Grund verliert das DRK die Trägerschaft und möchte aber weiterhin in der Stadt vor Ort sein. Schäfer hatte in seinem Schreiben, das auch alle Stadträte bekommen hatten, betont, dass sich der Kreisverband bewusst für den Standort in Zeulenroda entschieden hat und mittlerweile 250 Arbeitsplätze in der Stadt vorhalten.

Zu diesem Antrag hatte die Stadtverwaltung im Vorfeld eine Liste geschrieben mit Vor- und Nachteilen der unterschiedlichen Trägerschaften. Und genau hier, fühlte sich Mandy Weihermüller, Leiterin des Kindergartens „Villa Kinderglück“ und das gesamte anwesende Team aus Eltern und Erzieher, ziemlich unwohl.

„Wir sind in den vergangenen Wochen mit dem Team von „Sonnenschein“ immer ein Stück näher gerückt und haben uns verständigt. Jetzt wurden Gräben aufgerissen, die langsam zugeschüttet wurden“, sagt Mandy Weihermüller. Sie bat in ihrer kurzen, von großen Emotionen getragenen Rede vor dem Stadtrat darum, dass sie offene und ehrliche Antworten auf ihre Fragen erwarte und zeitnahe Informationen, wann die Einrichtung geschlossen wird und wie die Organisation angedacht ist.

Für das Team war die Entscheidung über die Schließung der Einrichtung durch die Stadträte im vergangenen Jahr schmerzlich. Nicht nur, dass jede Schließung einer Kindereinrichtung unschön ist, sondern eben auch, weil es eine kleine, familiär geführte Einrichtung mit 30 Kindern ist.

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