Die richtige Blume lässt sich heraushören

Zeulenroda-Triebes.  Lilien sind Blumen für das Grab? Solche Aussagen seien heute nicht mehr haltbar, sagt Floristin Doris Schneidenbach.

Zum Valentinstag bereitet Floristin Doris Schneidenbach aus Zeulenroda-Triebes einen Strauß aus Rosen und Nadelkissen auf.

Zum Valentinstag bereitet Floristin Doris Schneidenbach aus Zeulenroda-Triebes einen Strauß aus Rosen und Nadelkissen auf.

Foto: Norman Börner

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Die Kundin macht es sich auch wirklich nicht leicht. „Riechen die Blumen sehr stark? Nein, dann nicht“, sagt sie. „Sind die robust? Überstehen sie die Fahrt? Ich frage mich, ob zur Einrichtung passen?“, stellt sie munter Fragen an das Floristinnen-Team von Ritschel-Blumen in Zeulenroda-Triebes. Am Ende entscheidet sie sich für einen gemischten Strauß mit roten Rosen, einem orangefarbenen Nadelkissen und grünen Blättern einer Schusterpalme. Beim Blumenkauf gibt es anscheinend, eine Menge zu beachten.

Heute ist Valentinstag. Jener Tag an dem sich auch weniger blumenaffine Gesellen zu den Floristen verirren. Wir haben uns deshalb bei den Experten im Blumenladen mal umgehört, welche Regeln es bei der Wahl der richtigen Blüte zu beachten gilt.

Großer Umsatz für die Floristikbranche

Der Valentinstag ist für die Floristikbranche ein wichtiger Termin im Kalender. Der Gesamtumsatz der Blumenhändler in den Tagen rund um den 14. Februar liegt bei 120 bis 130 Millionen Euro – das ist doppelt so viel wie normal. Auch weil die Blumenpreise im Februar deutlich höher sind: Knapp acht Prozent mehr müssen Verliebte in den Tagen rund um den Valentinstag für Schnittblumen hinblättern.

„Es kommt aber gar nicht auf die Menge an. Viele Männer verschenken nur eine einzelne Blume. Oft wissen sie aber nicht, welche es sein soll. Dabei ist das ganz einfach“, sagt die Floristin. Ein Satz, der schon viel verrät. So sind es vor allem Männer, die rund um den 14. Februar im Geschäft stehen. Die wissen dann aber leider oft nicht, was sie tun. Und die Wahl der richtigen Blume ist eigentlich ganz leicht. Na dann!

Das Geheimnis lautet Zuhören

„Die alten Weisheiten, die beispielsweise besagen, dass Lilien Blumen für das Grab sind, lassen sich so nicht halten. Wichtig ist, was der beschenkten Person gefällt“, sagt Doris Schneidenbach. So sei die größte und liebevollste Aufmerksamkeit, eine Blume zu schenken, die der Person etwas bedeutet. Die zu ihr passt. „Hier muss man, einfach zuhören und beobachten. Welche Farben mag der Beschenkte?“, sagt sie.

Mit kräftigen Farben würde man zum Valentinstag auf jeden Fall nichts verkehrt machen. Die Auswahl im Blumenladen deckt fast die ganze Farbpalette ab. „Wir legen aber schon wert darauf, regionale und saisonale Blumen anzubieten“, sagt Doris Schneidenbach. Die Jahreszeiten würden daher ein wenig die Farbpalette vorgeben. Im Winter sind es vor allem Rot und Weiß, die dominieren. Im Frühjahr symbolisieren Rosa und Weiß den Neustart. Der Sommer wird bunt. Nun gesellen sich Blautöne dazu. Der Herbst wiederum zeigt sich in den Farben, für die er bekannt ist – Orange und Gelb. „Aber grundsätzlich findet sich das ganze Jahr über eine Blütenfarbe, die zum Geschmack des Beschenkten passt“, sagt sie

Eine rote Rose für die Chefin

Ein paar No-Gos gebe es trotzdem. „Der Chefin zum Geburtstag einen Strauß zu schenken, der nur aus roten Rosen besteht, könnte vielleicht falsch verstanden werden“, sagt sie. Denn die rote Rose sei nun mal die Blume für Verliebte. Mit ihr ließe sich schließlich am Valentinstag auch nichts falsch machen.

Zum Valentinstag seien es vor allem junge Menschen, die in das Geschäft kommen. „An den älteren Semestern geht der Tag etwas vorbei. Männer der alten Schule schenken lieber zum Frauentag am 8. März etwas“, sagt Doris Schneidenbach. Manch einer überrascht die Liebste oder den Liebsten aber auch noch in den Tagen unmittelbar nach dem 14. Februar. „Das sind die, die es vergessen haben oder sich bewusst nicht diktieren lassen wollen, wann sie ihre Liebe zum Ausdruck bringen“, sagt sie.

Blumen sind vergänglich

Und dann geben es schließlich noch jene Menschen, die mit Blumen überhaupt nichts anfangen könnten. „Ich habe eine Freundin, die würde ich mit einem Strauß Blumen verrückt machen“, sagt Doris Schneidenbach. Sie würde sie gießen und die nächsten zwei Wochen versuchen, die Pflanzen am Leben zu halten. Dabei sei es normal, dass ein Strauß nur ein paar Tage schön aussieht. „Blumen sind vergänglich. Wer damit nicht klar kommt, kann mit ihnen häufig nichts anfangen“, sagt die Floristin. Da hilft nur, im Moment zu leben und die Farben zu genießen, so lange sie da sind. Das ist ja in der Liebe nicht anders.

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