Graffiti in Zeulenroda: Zwischen Zerstörung und Kunstform

Zeulenroda-Triebes.  Können Sie erraten, wo das Bild aufgenommen wurde?

Diese Schild an einem Trafohäuschen der EWZ ist schon ein paar Jahre alt. Das Thema aber aktuell.

Diese Schild an einem Trafohäuschen der EWZ ist schon ein paar Jahre alt. Das Thema aber aktuell.

Foto: Norman Börner

Auf Facebook machte die Tage ein Bild die Runde, das große Zustimmung auslöste. „Graffiti kann sein geistlose Schmiererei, Achtlosigkeit, ja Zerstörung. Graffiti ist aber auch eine kraftvolle, kreative, künstlerische Ausdrucksform unserer Zeit. Das Letztere unterstützen wir“, heißt es auf einem abfotografierten Schild. Brisant und passend hat es doch anscheinend die Energiewerke Zeulenroda (EWZ) GmbH an einem von oben bis unten voll gesprühten Trafohäuschen aufgehangen. Was steckt dahinter?

„Ich habe es auch gesehen und musste mich selbst erst mal umhören“, sagt EWZ-Geschäftsführer Markus Dürr. Es dauert ein bisschen, die Lösung in Erfahrung zu bringen. Denn das Schild soll gut 15 bis 20 Jahre alt sein. Sein Vorgänger habe damals ein Statement gegen die zunehmenden Schmierereien an den Stromkästen und Trafo-Häuschen des Energieversorgers setzen wollen. Ist das Thema trotzdem aktuell?

Wenig Probleme mit Schmierereien

„Wir sind natürlich immer mal wieder betroffen“, sagt Markus Dürr. Als in der Vergangenheit Hakenkreuze oder der Schriftzug „All girls lie“ in der Stadt verbreitet wurden, seien auch Objekte der EWZ Teil davon gewesen. Aber gegenwärtig könne man nicht sagen, dass das Unternehmen übermäßig Ziel von Sachbeschädigungen werde. „Wir sind in Zeulenroda-Triebes denke ich ganz gut dran im Vergleich zu anderen Städten“, sagt Dürr. Dennoch sei es natürlich ärgerlich, wenn Vandalen sich an dem Eigentum des Energieversorgers vergehen. Wenn es sich um verfassungsfeindliche Symbolik handelt, sei man schließlich auch verpflichtet, diese zu entfernen. In anderen Fällen sei es wohl eher mit einem Kampf gegen Windmühlen zu vergleichen. Immerhin habe man 131 Stromkästen im Stadtgebiet.

Verschönerung durchaus vorstellbar

Im selben Beitrag auf Facebook äußert ein Nutzer den Vorschlag, die EWZ könne ja Stromkästen und Stromhäuschen von Graffitikünstlern gestalten lassen. Der Energieversorger habe aber kein Interesse an seiner Projektidee gezeigt. „Es muss sich halt auch anbieten und die Motive müssen passen“, sagt Markus Dürr. Grundsätzlich könne man über so etwas reden. In der Vergangenheit habe die EWZ auch schon Künstler beauftragt, um beispielsweise Objekte im Hof oder nahe der Star-Tankstelle zu verschönern.

Thematisch sei hier beispielsweise die Entwicklung des Automobils in den vergangenen 100 Jahren künstlerisch dargestellt worden. Es würden sich aber nicht alle Objekte zum Verschönern eignen, da manche zu Zweidritteln im Boden versenkt wären. „Falls jemand eine Idee hat, die zu uns passt, können wir da aber gerne drüber sprechen“, so Markus Dürr.