Greizer Musik-Urgestein würdevoll beigesetzt

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Die Musiker vom Greizer Fanfarenzug ließen es sich trotz Corona nicht nehmen, ihrem Gründer Eberhard Andreä die Ehrerbietung zu erweisen.

Die Musiker vom Greizer Fanfarenzug ließen es sich trotz Corona nicht nehmen, ihrem Gründer Eberhard Andreä die Ehrerbietung zu erweisen.

Foto: Christian Freund

Greiz.  „Wir werden ihn ewig in Erinnerung behalten“, versprach Bernd Jahn, dienstältestes Mitglied des Fanfarenzuges.

Gern hätten die Musiker des Greizer Fanfarenzuges Gründer Eberhard Andreä vor der Friedhofshalle am Sonnabend ein Ständchen geblasen, doch die Corona-Auflagen haben es verhindert. Dennoch ließen es sich einige Musiker nicht nehmen, mit einem Spalier dem Verstorbenen die Ehrerbietung zu erweisen.

Eberhard Andreä, der am 6. Dezember 2020 im Alter von 87 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit starb, ist eine Greizer Legende. „Er ist uns immer vorausgegangen, als Ehemann, Vater, Freund, Lehrer, Chef des Fanfarenzuges und als lebensbejahender Mensch“, sagte Schüler und Wegbegleiter Michael Czerwenka.

Geboren wurde Eberhard Andreä am 30. April 1933 im kleinen vogtländischen Dorf Limbach. Er erlebte das Ende des Zweiten Weltkrieges als heranwachsender Junge, erst den Einzug der Amerikaner, die wenig später von den Russen abgelöst wurden und die den Kindern jeden Tag eine Kelle Suppe aus der Gulaschkanone gaben, obwohl sie selbst nicht viel hatten. „Vielleicht war dies sein Schlüsselerlebnis, das ihn später zum Studium der russischen Sprache motivierte“, erklärte Czerwenka, der den Verstorbenen auch als mutigen und in seiner Jugend sportlich ambitionierten Mann bezeichnete.

Er wechselte 1964 als Lehrer in die Goetheschule und gründete den Fanfarenzug, dem er dreißig Jahre als Chef vorstand und der in den zurückliegenden Jahren auf große Erfolge zurückblicken kann. Seine Frau Dorothea heiratete Eberhard Andreä im April 1963. Er wurde Vater von Jörg und Katja. „Eb, Du hast uns viel gegeben, wir werden dich vermissen und nie vergessen“, versprach der Redner. Gerulf Lenz erinnerte an die vielen schönen Stunden, die sie in ihrer Lehrerrunde mit ihm verbringen konnten. Bei der Urnenbeisetzung haben ihm einige Musiker der Vereins ein Ständchen dargeboten, allerdings vom Greizer Pulverturm aus. „Wir werden ihn ewig in Erinnerung behalten“, versprach Bernd Jahn, das dienstälteste Mitglied des Fanfarenzuges.