Händler aus Zeulenroda-Triebes werben für sich

Zeulenroda-Triebes.  Obwohl die Geschäftsinhaber in Zeulenroda-Triebes ihre Geschäfte längst wieder geöffnet haben, bleibt der gewohnte Kundenstrom aus. Das wollen sie ändern.

„Hier Leben, hier Kaufen“ – daran erinnern der Zeulenroda-Triebeser Bürgermeister Nils Hammerschmidt (parteilos), Gewerbeverbandsvorsitzender Peter Gruhner und sein Stellvertreter Sylvio Richter (von links).

„Hier Leben, hier Kaufen“ – daran erinnern der Zeulenroda-Triebeser Bürgermeister Nils Hammerschmidt (parteilos), Gewerbeverbandsvorsitzender Peter Gruhner und sein Stellvertreter Sylvio Richter (von links).

Foto: Heidi Henze

Yvonne Sengewald blickt optimistisch in die Zukunft, seitdem sie ihr Geschäft „Ypsilon Braut-& Festmoden“ in Zeulenroda-Triebes wieder öffnen durfte. Waren anfänglich noch Bauschmerzen bei ihr zu spüren, wie sich das Geschäft nach der coronabedingten Schließung entwickeln wird, kommen nicht nur Kunden, die ihre bestellten Festkleider abholen wollen. Auch Hochzeitspaare oder -gäste hat sie schon wieder einkleiden dürfen.

Dass Sengewald dann auch versucht, für weitere Geschäfte in der Innenstadt und ihre Waren zu werben, ist für sie nicht nur selbstverständlich, sondern auch ein zusätzlicher Service, den die Kunden im Online-Handel so niemals erhalten würden.

Die passenden Schuhe zum Hochzeitskleid gibt es in „Inas Schuhladen“, den schönen Brautstrauß gleich vom „Blumengeschäft Ritschel“ in der Nachbarschaft, die schmückenden Accessoire gibt ebenfalls in unmittelbarer Nähe. Es ist ein Netzwerk, mit dem Händler in der Stadt den Einkauf zum Erlebnis machen wollen. Und es verleiht Yvonne Sengewald Mut und Zuversicht.

Einheimischen überzeugen, vor Ort zu kaufen

Genau dieses Anliegen, die Einheimischen davon zu überzeugen, vor Ort zukaufen, wollen die Gewerbetreibenden mit ihrer neuerlichen Aktion: „Hier Leben, hier Kaufen – Ihr Fachhandel vor Ort“ den Einwohnern von Zeulenroda-Triebes vermitteln. Nur wer es wirklich einmal versucht habe, der könne spüren, wie schön es ist, wenn der Fachmann vor Ort ist, wenn die Beratung im Gespräch passiert.

Auch Erik Eichelkraut vom Schreib- und Spielwarengeschäft oder Augenoptiker Lutz Teucher nehmen an der Aktion teil, ebenso wie knapp zwanzig Geschäftsinhaber und Gewerbetreibende in Zeulenroda-Triebes. Sie alle wollen mit den Aufklebern in ihren Geschäften, in den Autohäusern die Menschen daran erinnern, dass sie Lokalmatador bleiben oder werden möchten, das eine Innenstadt nur dann leben kann, wenn auch die Geschäfte die Möglichkeit bekommen, in ihrer Heimatstadt existieren zu können.

Erik Eichelkraut zieht ebenso für sein Spiel- und Schreibwarengeschäft ein durchaus positives Fazit. Seine Kunden schätzen es, dass er auch in Corona-Zeiten für sie da war und so manche Ware ins Haus geliefert hat. Das tut er übrigens immer noch.

Kundenrückgang spürbar

Wenn also Kunden Angst vor einer Ansteckung haben, weil sie zur Risikogruppe gehören, dann sollten sie anrufen. „Wir finden Wege, dass die Kunden bedient werden können“, so Eichelkraut.

Die Apotheken-Inhaber Kathrin und Arndt Fritzsche möchten auch die Kunden wieder in ihren Geschäften begrüßen können. „Wir merken schon, dass in Corona-Zeiten die Kunden mehr im Internet bestellen“, sagt Kathrin Fritzsche. Dabei bieten sie nach wie vor einen kostenlosen Botendienst und die Vorbestellung von Medikamenten über ihre App an.

Auch haben sie habe in ihren Filialen vorwiegend Frauen beschäftigt. „Die wollen wir halten können“, so Kathrin Fritzsche. Dafür können die Menschen vor Ort ihren Beitrag leisten.