Herbstzielfahrt Greiz: Alte Hasen und elektrische Neulinge

Greiz.  Was haben ein Trabant mit 120 PS und ein Hybridfahrzeug gemeinsam? Die Freude am Autofahren.

Sven Fischer, Britta Fischer, Eileen Richter und Andreas Teichgräber (von links) nehmen erstmals an der Herbstzielfahrt des MC Greiz teil und bekommen von Katrin Wünscher die Route erklärt.

Sven Fischer, Britta Fischer, Eileen Richter und Andreas Teichgräber (von links) nehmen erstmals an der Herbstzielfahrt des MC Greiz teil und bekommen von Katrin Wünscher die Route erklärt.

Foto: Norman Börner

Es sind ein paar Jahrzehnte Automobilgeschichte und ganz unterschiedliche Ansprüche an Mobilität, die am Sonntag auf dem Parkplatz beim Landratsamt in Greiz aufeinander trafen. Ein Trabant 601 mit bescheidenden 26 Pferdestärken parkt neben einem hochgezüchteten Markenbruder mit 120 PS, an dem nur noch das Äußere an das DDR-Kultauto erinnert. Aber auch der Besitzer eines modernen Hybrids von Hyundai will sich die diesjährige Herbstzielfahrt des Motorsportclubs Greiz am Sonntag nicht entgehen lassen. „Denk dran: In Schleiz ist die letzte Ladesäule“, scherzt Trabant-Besitzer Jens Färber.

Ostfahrzeugtreffen musste in diesem Jahr ausfallen

Katrin Wünscher, die zweite Vorsitzende des Vereins, gibt letzte Instruktionen bevor es los geht. Im sogenannten Bordbuch sind die Stationen und einige Hinweise vermerkt. Denn diesmal sind auch einige Gäste unter den Ausfahrenden. Premiere! Ein Oldtimer ist keine Pflicht. Für den Verein ist es außerdem die erste Ausfahrt seit Beginn der Corona-Pandemie. Highlights im Eventkalender wie das Ostfahrzeugtreffen mussten in diesem Jahr ausfallen. Umso mehr freuen sich Mitglieder und Gäste auf das bunte Programm.

Zuerst geht es anschließend es in das DDR-Museum in Mühltroff. Weiter zum Schleizer Dreieck, wo Rennurgestein Ulrich Hennicke Geschichte rund um die Rennstrecke erläutert. Die Ausfahrt endet an der Linkemühle in Gössitz.

Manche Strecken bieten sich einfach an

„Es tut gut, mal wieder gemeinsam auszufahren“, sagt Katrin Wünscher. Sie plante im Vorfeld die Strecke. Meist kommen die Ideen spontan. „Es gibt einfach Straßen, die du entlang fährst und sofort weißt, das muss eine Tour werden“, sagt sie.

In der Corona-Krise wird das Auto beliebter. Viele fühlen sich im Auto sicherer als in öffentlichen Verkehrsmitteln. Für die Ausflügler spielte das aber keine Rolle. Während der Trabant knatternd die steile Ausfahrt erklimmt, setzt sich der Hybrid geräuschlos in Bewegung. „Ein gutes Auto ist alltagstauglich. Und macht Spaß“, sagt der Fahrer.