Jeder Ton war für die Zuschauerschar ein Erlebnis

Greiz.  Aus jedem Raum im Unteren Schloss in Greiz klang am Wochenende Musik, andere Töne von den unterschiedlichsten Instrumenten. 120 Nachwuchsmusiker stellten sich im Regionalausscheid „Jugend musiziert“ den Ohren und Augen von insgesamt 20 Juroren.

Gustav Dietzsch aus Greiz gehörte zu den 120 Nachwuchsmusikern, die am Regionalausscheid für Ostthüringen "Jugend musiziert" am Wochenende in Greiz teilnahmen. Der Neunjährige startete in der Kategorie Klavier Solo. 

Gustav Dietzsch aus Greiz gehörte zu den 120 Nachwuchsmusikern, die am Regionalausscheid für Ostthüringen "Jugend musiziert" am Wochenende in Greiz teilnahmen. Der Neunjährige startete in der Kategorie Klavier Solo. 

Foto: Heidi Henze

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„Es ist nicht nur das Talent, regelmäßiges Üben ist notwendig, sonst verlieren sie ganz schnell den Anschluss“, sagt Markus Dietzsch. Der Vater des neunjährigen Gustav muss es wissen, denn er ist nicht nur Vater eines Teilnehmers beim Wettbewerb „Jugend musiziert“, er ist auch Musikschullehrer an der Greizer Kreismusikschule. „Gustav übt viel“, fügt er noch an. Die Greizer Kreismusikschule war an diesem Wochenende Ausrichter des Regionalwettbewerbs „Jugend musiziert“ für Ostthüringen. Bereits zum wiederholten Mal hatten die Greizer die Aufgabe übernommen, den Wettbewerb für junge Nachwuchsmusiker in den Räumlichkeiten des Unteren Schlosses sowie im Saal der Naumannstraße in Greiz durchzuführen.

Rund 120 Nachwuchsmusiker zeigen ihr Können auf hohem Niveau

Aus den Räumen der Musikschule drangen die verschiedensten Töne von den unterschiedlichsten Instrumenten. Die Teilnehmer des Wettbewerbes machten sich locker. Im Flur saßen junge Musiker, die auf ihren großen Auftritt warteten. Eltern oder auch interessierte Zuhörer gesellten sich zu ihnen. Im kleinen Saal fanden sich die Musiker ein, die entweder hier den Raumtest im zehn Minutentakt absolvierten oder sich mit dem für sie unbekannten Instrument anfreundeten. Während es beim Test noch flugs den einen oder anderen Tipp für die Musiker gab, zog dann beim Vorspiel vor den Augen und Ohren der Juroren und Zuhörer absolute hochkonzentrierte Stille ein. Knapp 120 Nachwuchsmusiker aus den Landkreisen Altenburger Land, Saale-Holzland- und Saale-Orla-Kreis sowie Saalfeld-Rudolstadt, aus Gera, Jena, Greiz und Zeulenroda-Triebes haben gezeigt, was sie draufhaben.

Neunjähriger Gustav Dietzsch aus Greiz ließ die Juroren aufhorchen

Den neunjährigen Schüler der Greizer Musikschule, Gustav Dietzsch, begleiteten wir beim Raumtest und dem Vorspiel und unterhielten uns hinterher mit ihm und seinen Eltern sowie seiner Lehrerin Cirsten Wetzel. Der Kleine schick gekleidet: Weißes Hemd, schwarze Hose und schwarze Jacke. Nach dem Testspiel kam seine Musiklehrerin zu Wort: „Langsam spielen“, forderte sie ihren Schützling auf. „Du bekommst keine Punkte darauf, wenn Du schneller fertig bist“. Dann wurde noch einmal die Verbeugung geübt, die zuerst wie ein Knicks aussah und schon waren die zehn Minuten für den Testlauf vorbei.

Stücke von Frédéric Chopin, Johann Sebastian Bach und Ludwig van Beethoven gespielt

11.05 Uhr ging es weiter. Der Saal der Musikschule mit seinen rund 40 Plätzen war gut besetzt. Das Instrument Klavier stand in diesem Jahr bei den Teilnehmern des Wettbewerbes ganz hoch im Kurs. Gut 30 Nachwuchskünstler unterschiedlichen Alters zeigten ihr Können auf diesem Instrument. Die Wertungszeit ist je nach Altersgruppe gestaffelt. Mit seinen neun Jahren standen Gustav zehn Minuten zur Verfügung, um die Juroren zu überzeugen. Stücke der großen Komponisten wie Frédéric Chopin, Johann Sebastian Bach und Ludwig van Beethoven, kamen zu Gehör. Beim Stück von Beethoven hatte er es etwas eilig, ansonsten wirbelten die Finger über die Tastaturen und vollbrachten Großes. Seine Mutter, Sabine Dietzsch saß unter den Zuhörern. Manchmal atmete sie schwer oder schloss die Augen. „Es waren die Momente, wenn eine Passage kam, wo er stets ein paar Schwierigkeiten hatte und da habe ich mitgefiebert“, sagt sie nach dem Vorspiel. Bei Chopin legten die drei Mitglieder der Jury ihre Stifte weg und lauschten.

Wettbewerb auf hohem Niveau

Insgesamt waren 20 Juroren nach Greiz gekommen, die die Nachwuchskünstler in den Kategorien Solo Klavier, Harfe und Gesang, Schlagzeug, Pop-Gitarre, offene Kammermusik sowie Holz- und Blechbläser, Streicher und Akkordeon (Kammermusik) jeweils als Ensemble, bewerteten.

Für Gustav Dietzsch ist nach dem Regionalausscheid Schluss. Eine Teilnahme am Landeswettbewerb ist erst ab der Altersgruppe zwei, ab 11 Jahren möglich. Zum Bundeswettbewerb können sich die Teilnehmer ab dem 13. Lebenjahr qualifizieren.

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