Fauna und Flora betroffen

Klimawandel hat Auswirkungen auf heimische Fischarten

Zeulenroda-Triebes.  Die Auswirkungen des Klimawandels auf die heimische Fauna und Flora an und in den Gewässern des Landkreises Greiz sind bedrohlich.

Axel Wagner, Fischereiberater des Landkreises Greiz, zum Klimawandel und den Auswirkungen  auf Fauna und Flora in und um den Gewässern im Landkreis. 

Axel Wagner, Fischereiberater des Landkreises Greiz, zum Klimawandel und den Auswirkungen  auf Fauna und Flora in und um den Gewässern im Landkreis. 

Foto: Heidi Henze

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Als Fischereiberater des Landkreises Greiz und Vorsitzender des Anglervereins 1955 Triebes, hat der Zeulenroda-Triebeser, Axel Wagner, die Auswirkungen des Klimawandels auf die heimische Fauna und Flora an und in den Gewässern des Landkreises Greiz schon lange im Blick. Die zu beobachtenden Folgen haben ihm so manche schlaflose Nacht beschert.

Auswirkungen auch bei uns in der Region spürbar

Klar ist, dass die Auswirkungen auch an den Fischen nicht spurlos vorbeigehen, sagt Axel Wagner. Seit rund zwei Jahrzehnten beobachten die Fachleute Veränderungen der Fischbestände. Die steigenden Jahresdurchschnittstemperaturen, die Trockenzeiten oder die Starkniederschläge, wirken sich auf die heimischen Tiere und Pflanzen negativ aus.

Die hohen Temperaturen führen zur schnelleren Erwärmung des Wassers in den Gewässern. Das äußert sich negativ für die Fischpopulation. Die Verbreitung von Schadinsekten, Parasiten oder die Verbreitung nicht heimischer Pflanzen- und Tierarten haben eine hohe Bedeutung. Das Wachstum heimischer Pflanzen geht zurück, wie bei der Schwarzerle. Eine Vielzahl von Speisefischen, auch Salmoniden oder Forellenfische genannt, wie Lachse oder auch Forellen, benötigen einen hohen Sauerstoffgehalt in ihren Gewässern. Die Bachforelle benötigt mindestens sieben Milligramm Sauerstoff pro Liter. Ist nun weniger Wasser in den Gewässern, so erwärmt sich das Wasser schneller. Wasser kann bei 30 Grad Celsius nur noch maximal sieben Milligramm pro Liter Sauerstoff bei optimalen Bedingungen binden. In den Teichen der Region sind bei 25 Grad Wasser nur selten Sauerstoffwerte über 6 mg/l. Die Folge: Teiche mussten notgefischt werden. Aber nicht nur die höheren Wassertemperaturen machen den Fachleuten zu schaffen, sondern auch der Wassermangel. Die Fische müssen in andere Gewässer umgesetzt werden.

„Es könnten etwa 12 Prozent der Teiche nicht mehr ordnungsgemäß nutzbar sein“, so Axel Wagner.

Weitere Folgen entstehen. Trockenfallende Gewässer (Himmelsteiche) müssen aufgegeben werden. Wassermangel hat Auswirkungen auf die Kinderstube der Flussfische. Fischbestände, wie Forellen, Elritzen, Bachneunaugen und Groppen können sich kaum entwickeln. Auch für die Krebse sieht Axel Wagner keine rosige Zukunft voraus. Sie such in den Uferhöhlungen Unterschlupf und warten vergeblich auf Wasser.

Nicht genug dessen. Für die heimischen Karpfenarten, die typischen Fische der lehmgründigen Teiche, sind zu warme Wintertemperaturen schwierig. Sie verlassen ihre Winterruhe und suchen vergeblich nach Nahrung im Teich. Duch weniger Fettreserven sind sie anfälliger für Krankheiten.

Auch die Fauna ist betroffen

Das Erlensterben sorgt für mangelnde Beschattung der Teiche. Die toten Wurzeln können die Ufer nicht mehr festhalten und es kann zu einer übermäßigen Erosion bei Hochwasserereignissen führen.

Für Axel Wagner steht eines fest: Die weitreichenden Veränderungen des Klimas werden für enorme Nachteile in der heimischen Tier-und Pflanzenwelt sorgen. Die Fischereiberechtigten werden zukünftig auf sauerstoffbedürftigere Fischarten in ihren Gewässern verzichten müssen. Die Hegearbeit an den Gewässern wird sich auf Wärmeliebende Fischarten hin entwickeln müssen. „Nichtsdestotrotz muss versucht werden, durch sinnvolle Hegemaßnahmen den Fischen und anderen Tieren und Pflanzen am Gewässer, ein gutes Zuhause zu bieten“, so Wagner.

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