Meine Meinung

Kommentar: Kochen als Therapie

Wenn Menschen mit Behinderung gemeinsamen kochen, dann lernen sie vor allem eins: Selbstständigkeit.

22/10/2019, Foto: Peter Michaelis, Ram_Projekt Reporter_Ost, Norman Börner, Redaktion Zeulenroda

22/10/2019, Foto: Peter Michaelis, Ram_Projekt Reporter_Ost, Norman Börner, Redaktion Zeulenroda

Foto: Peter Michaelis

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Das Kochen Teil des Konzeptes in der Tagesbetreuung der Lebenshilfe in Zeulenroda ist, verwundert nicht. Es gibt sogar Ansätze in der Psychotherapie, die sagen, gemeinsames Kochen kann bei der Bewältigung von psychischen und sozialen Problemen helfen. In der Gruppe werden beispielsweise Hürden der Kommunikation abgebaut und wer am Ende des Prozesses seiner Gruppe ein leckeres Gericht präsentiert, lädt sein Selbstvertrauen auf. Aber auch alleine kann es Menschen mit psychischen Problemen helfen, ihre Passivität und Antriebslosigkeit zu bekämpfen.

Für die Menschen mit Behinderung hat das Kochen aber noch einen ganz anderen positiven Nebeneffekt. Sie lernen Selbstständigkeit. Die Hürden für einfache Gerichte sind nicht so hoch und was vermittelt mehr den Eindruck, auf eigenen Beinen zu stehen, als sich selbst oder der Gruppe ein gesundes Gericht auf den Teller zu zaubern?

Außerdem verbringen die Menschen in der Tagesbetreuung viele Stunden gemeinsam. Da kann es auch mal zu Reibereien kommen. Beim gemeinsamen Kochen müssen aber alle an einem Strang ziehen. Es hilft, Dampf abzulassen und Reibereien an der Küchenreibe abzustreifen. Deswegen gilt aber für alle: Mehr Kochen, weniger Grübeln und Streiten.

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