Meine Meinung: Die Azubi-Krise

Norman Börner über Ausbildung und Ausnutzen

Norman Börner.

Norman Börner.

Foto: Norman Börner

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Neben dem Fachkräftemangel scheint es in Deutschland und Thüringen auch eine Azubi-Krise zu geben. Viele Unternehmen beschweren sich, dass sie nur wenige Bewerber finden, die auch noch schlechtere schulischen Leistungen als vor Jahren aufweisen. Selbst Schuld – denn in einigen Unternehmen wurde der Fachkräftenachwuchs in der Vergangenheit für jobfremde Aufgaben oder Mehrarbeit ausgenutzt.

Im letzten Ausbildungsreport des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) gaben weniger als 70 Prozent an, mit ihrer Ausbildung zufrieden zu sein. Aber es gibt Unterschiede. Industriemechaniker, Verwaltungsfachangestellte und Mechatroniker etwa sind oft mit ihrer Berufsvorbereitung zufrieden. Hotelfachleute, Köche, Maler und Lackierer sehen ihre Berufsvorbereitung oft mangelhaft.

Azubis sind gut informiert. Über Online-Portale bewerten sie ihre Betriebe und legen offen, was potenzielle Nachfolger erwartet. Nun gibt es Firmenchefs, die ausgediente Sprüche wie „Lehrjahre sind keine Herrenjahre“ bemühen. Frei nach dem Motto: Verzicht und Überstunden formen den Charakter.

Aber langsam setzt sich durch, dass so ein Verständnis überholt ist. Azubis sind keine Hilfsarbeiter. Sie haben ein Recht auf eine gute Ausbildung und faire Entlohnung. Sie müssen dem Arbeitgeber nicht unterwürfig sein. Weil Arbeit immer einen Wert hat, egal wie alt man ist oder welche Erfahrung man mitbringt.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren
Im Moment können keine Kommentare gesichtet werden. Da wir für Leserkommentare in unserem Internetauftritt juristisch verantwortlich sind und eine Moderation nur während unserer Dienstzeiten gewährleisten können, ist die Kommentarfunktion wochentags von 22:00 bis 08:00 Uhr und am Wochenende von 20:00 bis 10:00 Uhr ausgeschaltet.