Meine Meinung: Geben und nehmen

Petra Lowe über die Organspendeausweise und Motive, sie zu unterschreiben.

 Petra Lowe

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Foto: Peter Michaelis

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Ich gehöre zu den Menschen, die einen Organspendeausweis haben. Nur, außer meinem Mann weiß das keiner. Und genauso andersherum. Auch mein Mann ist nie gefragt worden, ob er Organspender sei. Wir haben’s aber auch nicht gemeldet. Zwei Faltblätter zum Thema flatterten ins Haus.

Gefühlt habe ich eine solche Aktion der Krankenkasse schon zehn Mal erlebt und meist hat sie mich peinlich berührt. Ich wollte nicht darüber nachdenken. Und wenn zeitgleich im Fernsehen Nachrichten oder Hollywoodfilme über Scharlatane des Organhandels liefen, war’s sowieso aus.

Bis meine Familie selbst betroffen war vom Bangen um eine Transplantation. Ein junger Motorradfahrer war der Spender. Leben und Sterben so nah beieinander hatte ich noch nicht erlebt.

Es war dann ganz leicht, die kleinen Ausweise zu unterschreiben. Wir wussten einfach, worum es ging: Geben und Nehmen.

Nicht jedem wird die Bedeutung der Organspende so nahe geführt, wie Betroffenen und deren Angehörigen. Das ist klar. Aufklärung durch Hausarzt oder mit dem Personalausweis rübergeschobenes Info-Blatt können diese Erfahrung nicht ersetzen. Wir mögen zwar noch nicht alle bereit sein, unsere Organe zu spenden, wenn wir tot sind. Aber stellen wir uns vor, es wäre für einen geliebten Menschen. Das ist der erste Schritt.

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