Meine Meinung: Verdacht allein reicht nicht

Norman Börner über Lücken in der Lebensmittelkontrolle

Norman Börner.

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Foto: Norman Börner

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Lebensmittelkontrollen sind wichtig. Das zeigen vor allem Skandale, wie jenen um den Fleischproduzenten Wilke, an deren abgelaufenen Produkten Menschen verstarben. Die Branche verführt offensichtlich. Hygiene, Selbstkontrolle und das Wegwerfen von kürzlich abgelaufen Lebensmittel kosten viel Geld.

Die unangekündigten Plankontrollen sind daher ein wichtiges Instrument, um solch einem Missbrauch vorzubeugen. Natürlich hat es eine höhere Priorität, dass die Kontrolleure den akuten Verdachtsfällen nachgehen. Aber hinter die Türen vieler Betriebe werden die Verbraucher nie schauen. Wenn die Belegschaft dicht hält, werden sie nie etwas von den Zuständen erfahren und können auch keinen Alarm schlagen. Deswegen brauchen die Ämter mehr Geld und Personal, um die schwarzen Schafe zu enttarnen – und letztlich auch ein besseres System.

Ein Transparenzsystem, wie es die Verbraucherzentrale vorschlägt, kann ein weiterer Anreiz sein, die hygienischen Bedingungen genauer zu nehmen. Das Verbraucherurteil trifft Lebensmittelbetriebe härter als jeder böser Brief der Behörde. Bei einem Fehltritt muss nachbessern erlaubt sein. Aber wer wiederholt auffällt, sollte auch dem Kunden durch einen Hinweis auf dem Produkt bekannt gemacht werden.

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