Rettungsboot für Feuerwehr Zeulenroda angemessen

Zeulenroda-Triebes.  Günstige Variante wäre keine Alternative gewesen.

Bei einem Brand auf der Vogelinsel an der Weidatalsperre Auma-Weidatal kam im vergangenen Jahr das alte Schlauchboot –  das Luft verliert –  zum Einsatz.

Bei einem Brand auf der Vogelinsel an der Weidatalsperre Auma-Weidatal kam im vergangenen Jahr das alte Schlauchboot – das Luft verliert – zum Einsatz.

Foto: Feuerwehr Zeulenroda

Wer hat denn nun Recht? Diese Frage stellte sich wohl mancher Leser als die Feuerwehr Zeulenroda sowie kritische Bürger und Stadträte über die Anschaffung eines 110.809 Euro teuren Rettungsbootes diskutierten . Abzüglich von Fördermitteln bleiben rund 55.000 Euro, die die Stadt mit Stadtratsbeschluss vom 11. November übernimmt. Der Standpunkt der Kritiker: Muss es so teuer sein? Hätte es nicht günstigere Alternativen gegeben? Die Feuerwehr sagt nein. Für die vorgesehenen Einsatzgebiete sei das sogenannte RTB 2 mit DIN-Norm 14961 alternativlos. Wir haben bei unabhängigen Stellen nachgefragt, welche Darstellung zutrifft. Gönnt sich die Feuerwehr hier einen Ausrüstungsluxus?

Bund der Steuerzahler: Keine Anzeichen für zu hohe Kosten

Welche Fahrzeuge und Mittel zum Brandschutz die jeweiligen Feuerwehren der Kommunen vorhalten müssen, ist gesetzlich genau geregelt. Die Feuerwehr tritt aber gegenüber der Stadt natürlich auch als Interessenvertreter auf, der sich für die Belange seiner Mitglieder einsetzt. Schießen die Forderungen dabei gelegentlich über das Notwendige hinaus? Zumindest nicht systematisch, sagt Wolfgang Oehring vom Bund der Steuerzahler Thüringen. Zwar könne man nicht pauschal beantworten, ob die Kosten für Feuerwehrausrüstung zu hoch oder unverhältnismäßig sind, aber Beispiele für zu hoch angesetzte Kosten durch Feuerwehren seien ihm nicht bekannt. Im vorliegenden Fall erscheint ihm die Beschlussbegründung ebenfalls plausibel und nachvollziehbar. Die Vergabe sollte immer nach den Vergaberichtlinien erfolgen.

Landesverwaltungsamt prüft Notwendigkeit und Kostenfaktor

Hier hat auch das Land Thüringen ein Wörtchen mitzureden. Denn zuzüglich eines noch nicht beschiedenen Nachförderantrages könnte sich das Land an bis zu rund der Hälfte der Kosten beteiligen. „Aufgrund der besonderen Gefahrensituation auf dem Stausee gibt es keine Alternative zu dem Angebot“, sagt ein Sprecher des Thüringer Landesverwaltungsamtes. Selbstverständlich würde bei solchen Fördersummen vorher geprüft, ob die Notwendigkeit für ein Fahrzeug oder eine Ausrüstung vorliegt. Vereinfacht gesagt, sei das die Wasserrettung, Taucheinsätze und die Löschwasserförderung bei Einsätzen an der Talsperre. „Wir haben die Entscheidung ja auch wirklich sorgsam abgewogen“, sagt Stadtbrandmeister Steffen Jubold. Eine Arbeitsgruppe aus verschiedenen Experten der Feuerwehr habe sich über Monate Boote angeschaut, Expertisen der DRK-Wasserrettung eingeholt oder bundesweit mit anderen Feuerwehren gesprochen.

Prüfverfahren machen Feuerwehrausrüstung teuer

„Feuerwehrausrüstung ist nicht billig“, sagt Jubold. Das hänge vor allem damit zusammen, dass Fahrzeuge und Ausrüstung bestimmte DIN-Normen erfüllen müssen. So würden die Anforderungen an so ein Rettungsboot ganz andere sein, als beispielsweise im Freizeitbereich.

„Die Kritik hat mich vor allem geärgert, weil sich eine Fachgruppe hier unabhängig voneinander schlau gemacht, welche konkrete Anforderungen es an das Boot gibt“, sagt Jubold.

Das Gesprächsangebot an interessierte Bürger stehe weiterhin, sollte es im kommenden Jahr einen Tag der offenen Tür geben. Das neue Rettungsboot soll derweil pünktlich zum Frühjahr da sein. Mitte oder Ende April werde derzeit als Liefertermin genannt.