TÜV gehört auch in kleinen Werkstätten weiter zum Service

Weißendorf.  Kfz-Werkstätten müssen in Technik und Mitarbeiter investieren, wenn sie auf dem Markt bestehen wollen.

Toni Thrum (links) und René Schwarz aus Mercedes Autohaus an der neuen Prüfstelle.

Toni Thrum (links) und René Schwarz aus Mercedes Autohaus an der neuen Prüfstelle.

Foto: Norman Börner

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In den letzten Jahren mussten Kfz-Werkstätten fleißig investieren, um weiter zukunftsfähig zu bleiben. Neue Antriebsarten erfordern eine Weiterbildung der Mitarbeiter. Moderne Technologien erfordern neue Diagnosegeräte, Prüfmethoden oder andere technische Ausrüstung. Seit dem 1. Januar gelten zudem neue Regelungen für Betriebe, die auch eine Tüv-Prüfung bei sich durchführen lassen können. So ist seit dem Jahreswechsel ein Bremsenprüfstand mit einer digitalen Schnittstelle dafür die Voraussetzung.

Für kleine Werkstätten eine finanzielle Herausforderung. Wir sind der Frage nachgegangen, ob die Tüv-Prüfung in den Werkstätten der Region weiter möglich ist und wie die Schrauber für die Zukunft aufgestellt sind.

Mercedes-Autohaus investiert großin Prüfstelle

In der Werkstatt des Z+W Auto-Service in Weißendorf hat man beim Umbau im vergangenen Jahr gleich richtig geklotzt. Gut eine Million Euro hat das Unternehmen in die Hand genommen, um einen Prüfbereich mit moderner Technik und eine Reifenlagerhalle an die bestehende Werkstatt anzubauen. Achsvermessung mit 3D-Gerät, Bremsenprüfstand mit aktueller Netzwerktechnik, eine neue Hebebühne und vieles mehr.

„Die Technik hat schon einen wesentlichen Anteil an den Kosten“, sagt Danny Winkelmann vom Unternehmen. Zudem würden fünfstellige Summen jährlich in die Fortbildung der zehn Monteure investiert. Neue Antriebsarten wie Gas, E-Motor oder Hybrid fordern dies ein. „Als Werkstatt denkst du langfristig und musst immer auf dem neuesten Stand bleiben“, sagt Werkstattmeister René Schwarz.

Prüfung als Instrumentder Kundenbindung

Nun ist das Mercedes-Autohaus mit insgesamt 30 Mitarbeitern kein kleiner Spieler am lokalen Markt. Wie sieht also die Lage in den kleinen und freien Werkstätten in der Region aus? Kfz-Meister Knut Barthold hat seit 20 Jahren eine Werkstatt in Langenwetzendorf. Er beschäftigt eine Sekretärin, steht aber alleine in der Werkstatt. „Es war schon immer so, dass du in der Branche, den Anschluss nicht verlieren darfst“, sagt er.

So seien die nötigen Investitionen in den vergangenen Jahren zwar größer geworden, aber ein guter Inhaber müsse immer schauen, dass er keinen Investitionsstau auflaufen lässt. Auch er hat bereits vor drei Jahren eine neue Bremsprüfanlage angeschafft. Auch über einen modernen Scheinwerfereinstellplatz verfügt die Werkstatt. Er kann somit weiter Tüv-Prüfungen bei sich durchführen lassen.

Werkstätten wollen an Angebot festhalten

„Das dient vor allem der Kundenbindung“, sagt er. 90-Prozent seiner Kunden seien Stammkunden. An der Prüfung selbst verdiene er kaum etwas. Schließlich wollen die Prüfer von Dekra, Tüv-Süd und Co. auch ihren Anteil haben. Aber es gibt einen Vorteil. Mängel kann er im Gegensatz zu einer reinen Prüfstelle direkt in der Werkstatt reparieren. Auch in Zeulenroda-Triebes in der Ein-Mann-Werkstatt von Jürgen Gascher ist die Tüv-Prüfung weiter möglich. „So lange es stemmbar ist, werde ich diesen Service anbieten“, sagt er. Dennoch müsse er eine Vergütungsgebühr verlangen. Denn neben der aktuellen Technik für die Tüv-Prüfung ist auch eine zweijährige Eichung der Geräte Pflicht. Eichung und Vernetzung sollen nebenbei Möglichkeiten der Manipulation und Gefälligkeitsgutachten erschweren.

Für die Kunden scheint sich im neuen Jahr nicht viel zu ändern. Auch kleine und freie Werkstätten bieten den Tüv-Service weiterhin an.

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