Sachbeschädigung

Vandalismus: Kinder und Jugendliche besonders oft unter Verdacht

Zeulenroda-Triebes/Auma-Weidatal.  Letzte Woche randalierten Jugendliche in Zeulenroda. In Auma sollen welche gezündelt haben. Sind Minderjährige besonders anfällig für Vandalismus?

Anfang des Jahren tauchte in Zeulenroda-Triebes überall der Schriftzug "All girls lie" auf. Den Straftatbestand Vandalismus gibt es bei der Polizei allerdings nicht. Unter Sachbeschädigung fast sie Taten wie Graffitischmierereien zusammen. Doch Sachbeschädigung kann auch im Zusammenhang mit Körperverletzungsdelikten, Nachbarschaftsstreitereien, Mieterstreitigkeiten aufgenommen werden.

Anfang des Jahren tauchte in Zeulenroda-Triebes überall der Schriftzug "All girls lie" auf. Den Straftatbestand Vandalismus gibt es bei der Polizei allerdings nicht. Unter Sachbeschädigung fast sie Taten wie Graffitischmierereien zusammen. Doch Sachbeschädigung kann auch im Zusammenhang mit Körperverletzungsdelikten, Nachbarschaftsstreitereien, Mieterstreitigkeiten aufgenommen werden.

Foto: Cordula Fischer

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In der vergangenen Woche meldeten sich Zeugen bei der Polizei in Greiz, die eine Gruppe von mehreren Jugendlichen beobachteten, die durch das Stadtgebiet von Zeulenroda-Triebes zogen und dabei eine Spur der Verwüstung hinterließen. Laut Polizei sind die vier tatverdächtigen Jugendliche 12, 14, 16 und 17 Jahre alt. Auch als letzte Woche die Feuerwehr wegen Rauchentwicklung in ein leerstehendes Gebäude in die Triptiser Straße in Auma gerufen wurde, konnte Jugendliche, die anscheinend Brandbeschleuniger eingesetzt hatten, als Tatverdächtige gestellt werden.

Immer wieder kommt es zu solch sinnloser Zerstörungswut. Eingeworfene Scheiben, abgetretene Papierkörbe oder aber auch Brandstiftung. Wenn die Täter ermittelt werden können, macht es den Eindruck, dass erstaunlich oft Kinder und Jugendliche dahinter stecken.

Bei Brandstiftung und Sachbeschädigung häufiger als sonst unter Verdacht

Zahlen der Landespolizeiinspektion (LPI) Gera für das vergangene Jahr belegen dies. So verzeichnete die Polizei im Bereich Brandstiftung von insgesamt 55 Tatverdächtigen drei tatverdächtige Kinder sowie elf tatverdächtige Jugendliche (im Altern zwischen 14 und 18 Jahren). Im Bereich Sachbeschädigung konnten bei insgesamt 848 Tatverdächtigen 83 tatverdächtige Kinder sowie 173 tatverdächtige Jugendliche ermittelt werden. Vergleicht man diese Zahlen mit dem Anteil von Kindern und Jugendlichen an allen ermittelten Straftaten – von insgesamt 8129 Tatverdächtigen waren 390 tatverdächtige Kinder und 858 tatverdächtige Jugendliche – fällt auf, dass hier unverhältnismäßig viele Kinder und Jugendliche unter Tatverdacht geraten. In Prozentzahlen ausgedrückt, beträgt der Anteil an Brandstiftung bei Kindern und Jugendlichen 25 Prozent (Kinder: fünf Prozent, Jugendliche: 20 Prozent) und bei Sachbeschädigung 30 Prozent (Kinder: zehn Prozent, Jugendliche: 20 Prozent)– der Anteil an alle Straftaten liegt bei Kindern und Jugendlichen lediglich bei 16 Prozent (Kinder: fünf Prozent, Jugendliche: 11 Prozent).

Gruppendruck, Rebellion und Langeweile: Gründe sind vielfältig

Für die Jugendsozialarbeiterin Jasmin Huck aus Zeulenroda-Triebes ist es schwer, Gründe für ein solches Verhalten zu identifizieren. „Meist steckt einfach Langeweile, jugendliche Rebellion oder eine doofe Idee dahinter“, sagt sie. Wenn sie nachfrage, warum ein Jugendlicher so gehandelt habe, merke sie, dass das eigene Verhalten wenig reflektiert werde. Auch würde so eine Randale nicht im Vorfeld geplant, sondern entstehe spontan, meist aus der Gruppe heraus. „Viele Kinder und Jugendliche lassen sich leicht mitziehen“, sagt sie. Bei älteren Jugendlichen könne auch Alkohol eine Rolle spielen.

Polizei: Eltern sollen aufklären und Vorbildfunktion einnehmen

Die Polizei rät Eltern daher, mit dem Kind über den Wert und Nutzen öffentlicher Einrichtungen zu sprechen. „Machen Sie ihm klar, dass jede Beschädigung von uns allen bezahlt werden muss“, heißt es auf der Internetseite der Polizeilichen Kriminalprävention. Außerdem sollen Eltern sollten Eltern eine Vorbildfunktion einnehmen, wenn es darum geht, wie mit öffentlichem und privatem Eigentum umgegangen werden sollte.

Die LPI Gera rät Bürgern, die Zeuge von Sachbeschädigungen werden, sich nicht selbst in Gefahr zu bringen. Zeugen sollen die Polizei rufen und möglichst viele Informationen oder Beobachtungen zum Geschehen sammeln.

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