Von unbeliebten Brunnen und lauten Rufen in Zeulenroda

Zeulenroda-Triebes  Blick in die Heimatgeschichte: Die Wasserversorgung der Stadt Zeulenroda - Teil 1: Brunnen

Gottfried Thumser recherchiert in seiner Freizeit zur Zeulenrodaer Heimatgeschichte. In regelmäßigen Abständen wollen wir einige der Geschichte, die er er ausgraben hat, an dieser Stelle erzählen.

Gottfried Thumser recherchiert in seiner Freizeit zur Zeulenrodaer Heimatgeschichte. In regelmäßigen Abständen wollen wir einige der Geschichte, die er er ausgraben hat, an dieser Stelle erzählen.

Foto: Norman Börner

Heute schaut diese Zeitung zusammen mit Gottfried Thumser ins 18. Jahrhundert - in die Anfangszeit des Kampfes um eine stabile Trinkwasserversorgung in Zeulenroda. Grundlagen der Recherchen ist ein Beitrag aus dem Reußischen Anzeiger von 1912.

Um die Wasserversorgung im 19. Jahrhundert sicherzustellen, dienten Brunnen. Die meisten Grundstücke hatten einen. Neben den Privatbrunnen gab es auch zahlreiche öffentliche Brunnen, von denen allerdings die wenigsten etwas getaugt haben sollen.

Ein kurioses Beispiel ist der „Rumpelbrunnen" - so hieß der Brunnen in der oberen Neustadt. Er soll nicht sehr beliebt gewesen sein. Allerdings weniger wegen der Wasserqualität. Die Geschichte geht so: Ein Mann von kleiner Statur ging an einem Winterabend Richtung Kirche herunter, bog in die Neue Straße (Luthergasse) ein. Von da an blieb er verschwunden. Im Sommer begann das Wasser, komisch zu schmecken.

Als der Eimer im Brunnen Jahre später durch eine Pumpe ersetzt wurde, fand man das Skelett des Mannes. Fortan war der Brunnen zwar gereinigt und mit einer Pumpe versehen, aber erfreute sich keiner großen Beliebtheit.

An Bedarf ausgerichtet

Ende der 1870er Jahre waren viele Brunnen mit Pumpen ausgestattet. Aber das Wasser blieb knapp. Die Ergiebigkeit war sehr unterschiedlich je nach Standort. Brauhäuser und Wirtschaften verbrauchten beispielsweise enorm viel Wasser. Als in der Rabensleite in den 1870er Jahren eine Wirtschaft entstand, wurde die Wasserfrage brennend. Wasser war immer dort knapp, wo es gebraucht wurde.

Mehr und mehr Brunnen wurden gebaut. „Wie hoch mag wohl die Summe sein, die Zeulenroda und seine Einwohner im Laufe der Zeit für Anlage und Unterhaltung von Brunnen aufgewendet haben?", fragt August Oberreuter, Autor des Beitrags. So ertönte immer lauter der Ruf nach einer öffentlichen Wasserversorgung.