Notfallübung in Plauen: Was tun, wenn zwei Züge ineinander fahren?

Plauen.  Das Szenario: Zwischen zwei Zügen kommt es zu einer sogenannten Flankenfahrt durch eine fehlgestellte Weiche.

In dem inszenierten Übungsfall wurde eine sogenannte Flankenfahrt durch die Fehlstellung einer Weiche nachgestellt.

In dem inszenierten Übungsfall wurde eine sogenannte Flankenfahrt durch die Fehlstellung einer Weiche nachgestellt.

Foto: Deutsche Bahn AG

Zwei Züge fahren seitwärts ineinander. Was jetzt? Diese Situation stellte die Deutsche Bahn am 8. Oktober in einer Notfallübung nach. Am Oberen Bahnhof Plauen übte sie mit der Berufsfeuerwehr Plauen, dem Technischen Hilfswerk (THW) der Ortsverbände Plauen, Reichenbach und Zwickau, der Bundespolizei sowie der Mitteldeutsche Regiobahn (MRB) und der Vogtlandbahn den Ernstfall.

Das Szenario: Zwischen einem Triebwagen der MRB und einem Dieseltriebwagen der Vogtlandbahn kommt es zu einer sogenannten Flankenfahrt durch eine fehlgestellte Weiche. Es kommt zu einem seitlichen Zusammenstoß. Das Fahrzeug der MRB entgleist und die Fahrleitung fällt auf das Dach des Fahrzeuges.

Rund 50 Personen der verschiedenen Organisationen und Betriebe waren an der Übung beteiligt. Neben der Schulung an einem Hilfszug, der die entgleiste Bahn zurück in die Schiene setzte, wurde die technische Sicherstellung durch das THW, die Ursachenermittlung, die Dokumentation vor Ort sowie die Absicherung der Unfallstelle durch die Bundespolizei geübt. Zudem wurden die Meldewege, die Notfallalarmierung und die Gesamtkooperation zwischen den beteiligten Hilfsorganen und Betrieben vertieft und optimiert. „Solche Notfallübungen vertiefen die Zusammenarbeit und sind die Grundlage, um im Ernstfallschnell und effizient agieren zu können“, erläutert Holger Trautmann, örtlicher Betriebsleiter der MRB.

Die Weiterbildung der an der Strecke liegenden Feuerwehren des Vogtlandkreises beinhaltete auch die Schulung an und in den modernen Triebwagen. „Die Kombination von Notfallübung der Deutschen Bahn mit der Polizei, Feuerwehren, dem Technischen Hilfswerk sowie Notfallmanagement der MRB und der Vogtlandbahn war aus unserer Sicht ein voller Erfolg“, freut sich Kreisbrandmeister Gerd Pützel. Durch Corona seien solche Unfallsimulationen nur schwer umzusetzen und mit organisatorischem Aufwand verbunden. Die Notfallübung sei ein wichtiger Baustein, um im Ernstfall zusammen handlungsfähig zu sein.