Zeulenroda-Triebes: Zahlreiche Taler versenkt, Wasserknappheit bleibt

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Zeulenroda-Triebes.  „Was könnte heute Zeulenroda sein, wenn nicht dieses Hemmnis vorhanden gewesen wäre, wozu später noch weitere kamen“, schreibt August Oberreuter.

Historische Aufnahme der hinteren Greizer Straße in Zeulenroda mit den Speicherteichen am unteren Bildrand.

Historische Aufnahme der hinteren Greizer Straße in Zeulenroda mit den Speicherteichen am unteren Bildrand.

Foto: Sammlung H. Müller

Was bisher geschah: Die Stadt Zeulenroda wandte sich im Januar 1866 an den Oberingenieur Henoch in Plauen. Für 15.000 Taler sollte er die Wasserversorgung ohne Kraftwerk lösen. Das geht aus den Aufzeichnungen von August Oberreuter im Reußischen Anzeiger hervor, die Heimatforscher Gottfried Thumser zur Verfügung stellt.

Der Ingenieur Henoch besichtigte die Umgebung der Stadt und kam zu dem Ergebnis, dass das Lichtenbachtal seitwärts von Pöllwitz nach der Reiboldsgrüne zu, ein günstiger Platz sei, von wo aus die Stadt ausreichend mit Wasser zu versorgen sei.

Aber an die Industrie war dabei leider nicht gedacht. Die sollte sich selber helfen. Daher wurden alle gewerblichen oder industriellen Unternehmungen, die Wasser brauchten, wie die Bleichen, Färbereien und Fabrikanlagen nicht in oder an der Stadt errichtet, sondern mehr oder weniger weit um diese herum bis hinter an den Schwarzbach, was die Entwicklung der Stadt auf keinen Fall günstig beeinflusst habe.

Alles dies nur der Wasserkalamität wegen. „Was könnte heute Zeulenroda sein, wenn nicht dieses Hemmnis vorhanden gewesen wäre, wozu später noch weitere kamen“, schrieb August Oberreuter 1912 dazu.

Teichwirtschaft als Notlösung

Denn auch Henochs Bemühungen blieben erfolglos. Die Arbeiten im Lichtenbach begannen im September 1866 unter seiner Leitung, hatten aber kein Ergebnis. Die Aufgrabungen wurden im folgenden Jahre wieder zugeschüttet. Die umsonst gemachten Arbeiten hatten eine Summe von 2700 Talern verschlungen.

Notgedrungen blieb man nun bei der Teichwirtschaft. 1868 fing man an, den großen Röhrenteich zu bauen, der 1869 fertig wurde. Mehr Wasser konnte er zwar auch nicht bringen, aber er bot wenigstens die Möglichkeit, während niederschlagsreicher Jahreszeit das Wasser dort aufzuspeichern, um damit in trockener Zeit etwas länger nachzuhalten.

Der nächste Wasserbau, den sich die Stadt Zeulenroda leistete, war der Stollen.