Eisenach. Die Eisenacher Bundesliga-Handballer machen einmal mehr vieles richtig. Sie fordern auch Melsungen. Der Favorit aber setzt sich durch, weil er anfangs eiskalt zuschlägt.

Die Aggressivität stimmte. Auch der Glaube kehrte mit großer Wucht zurück, als die Eisenacher Handballer mit viel Power noch ein zweites Mal auf zwei Tore herankamen (23:25, 56.). Unter Druck aber bereinigte wie zuvor 2,14-m-Mann Dainis Kristopans auch David Mandic die Situation und ließ sein Melsunger Team nach einer packenden Schlussphase als 27:24 (13:9)-Sieger vom Feld gehen.

Viel Aufwand, großes Herz, aber erneut kein Ertrag. Erneut musste der Aufsteiger am Freitag Lehrgeld zahlen. Der ThSV scheiterte auch an sich.

„Ich bin trotzdem stolz auf die Jungs“, erklärte Trainer Misha Kaufmann, „wir zeigen eine unglaublich gute Abwehr“, sagte er und lobte zudem „eine Riesenmoral“ seines Teams, das allerdings nach einem denkbar ungünstigen Auftakt zu viel Boden gutmachen musste.

Melsungen im Tempospiel kaum zu stoppen

Zeitstrafe, vergebener Siebenmeter, vergeigte Durchbrüche und Ge­genstöße: Viel lief bei den Thüringern anfangs nicht zusammen. Vor allem wussten sie aus eigenem Ballbesitz zu wenig zu machen. Das lag nicht zuletzt an ei­nem bärenstarken Melsunger Keeper Adam Moraws­ki. Dessen Vorderleute profitierten von den Paraden und legten mit großer Effektivität ein 7:1 vor (12.).

Eisenach tat sich schwer, einen Faden gegen den körperlich präsenten Dritten zu finden. Viel lief über Top-Torschütze Manuel Zehnder und Marko Gric, deren ThSV sich nach dem Horrorauftakt mit einer zurückgezogeneren Deckung in die Partie zurückkämpfte. Keeper Matija Spikic erhielt nach seiner Hereinnahme Szenenapplaus. Mit ihm stand die Eisenacher Abwehr sicherer. Sie trug viel bei, dass der zweite Teil der ersten Hälfte an die Eisenacher ging.

Das 8:6 in den nächsten 18 Minuten täuschte indes über eine weiter zu geringe Effizienz im Abschluss zurück. Die Chancen waren da, näher heranzukommen, weil auch der Favorit einiges liegengelassen hatte.

Wenn das drittbeste Gegenstoß-Team jedoch in sein schnelles Spiel kam, war es nicht zu stoppen und wahrte durch einen 3:0-Lauf mit finalem Doppelpack von Timo Kastening (37.) vor der entscheidenden Phase den Vorsprung. Das Fundament aber bildete der Raketenstart.

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