Hamburg. Zwischen Titelgewinn und EM-Auslosung: Marco Alles findet, von den U17-Weltmeistern können sich die A-Nationalspieler einiges abschauen.

Der Samstag hätte nicht besser verlaufen können für den krisengeschüttelten DFB. Erst krönte die U17-Auswahl ihren Triumphzug im fernen Indonesien mit dem umjubelten Weltmeistertitel. Wenige Stunden später war der A-Nationalmannschaft in Hamburg das traditionelle Losglück hold. Gegen die drei bescherten Vorrundengegner muss der Einzug ins EM-Achtelfinale Pflicht sein. Ein Selbstläufer wird er allerdings nicht.

Sportchef Marco Alles
Sportchef Marco Alles © Erfurt | Marco Schmidt

Zu oft hatte die DFB-Elf in der Vergangenheit große Probleme gegen tief stehende, diszipliniert verteidigende und zweikampfstarke Kontrahenten. Genau das erwartet sie auch gegen Schottland, Ungarn und die Schweiz. Doch in erster Linie geht es für das Team darum, dass es sich endlich selbst findet. Es muss Schluss sein mit taktischen und personellen Experimenten – und dem untauglichen Versuch, ausschließlich mit spielerischen Mitteln zum Erfolg zu kommen.

Die Zweifel der Fans an einem EM-Märchen sind nach dem Horrorjahr 2023 (nur drei Siege in elf Länderspielen) berechtigt. Viel Zeit bleibt der Mannschaft nicht, um Optimismus zu schüren oder gar eine Euphorie zu entfachen. Dass dies möglich ist, wenn Begeisterung und Willen auf dem Platz sichtbar sind, bewies die U17. Dank ihrer mitreißenden WM-Auftritte fieberten beim Finale durchschnittlich zweieinhalb Millionen Deutsche am TV mit.

Bessere Werbeträger als seine Talente hätte sich der DFB nicht wünschen können.