Altenburg. Knopfstädter lassen beim Fußball-Neujahrsturnier Chemnitzer FC, ZFC Meuselwitz und Wismut Gera hinter sich

Für eine faustdicke Überraschung hat Landesklasse-Spitzenreiter SV Schmölln 1913 beim Altenburger Neujahrsturnier gesorgt. Die Knopfstädter holten sich sensationell den Siegerpokal und bezwangen im Finale den Regionalligisten Chemnitzer FC mit 1:0. Das entscheidende Tor erzielte Friedrich May, der von der mustergültigen Vorarbeit von Eric Lochmann profitierte, der erst zwei CFC-Kicker und den Torwart auf sich zog und dann den Ball mit viel Übersicht noch einmal auf den Torschützen querlegte.

Richard Klaus bester Torwart des Turniers

Chemnitz, das am Vortag in der Zwickauer Stadthalle in der Vorrunde den FC Carl Zeiss Jena ausgeschaltet und Rang drei belegt hatte, versuchte in der Folge alles, um zum Ausgleich zu gelangen. Doch immer wieder waren der überragende Richard Klaus, der bei der Siegerehrung als bester Turniertorwart ausgezeichnet wurde, oder ein Schmöllner Abwehrbein dazwischen. Zweimal waren die Schmöllner auch mit der Torlatte im Bunde, trafen aber auch selbst durch Eric Hofmann (Lattenunterkante) und Eric Lochmann (Außenpfosten) nur das Torgestänge.

„Die Halle liegt mir. Es hat Spaß gemacht, sich mit höherklassigen, namhaften Mannschaften zu messen. Da waren wir alle besonders motiviert“, strahlte Eric Lochmann nach der Siegerehrung. Auch Falk Hofmann vom Schmöllner Trainerstab war voll des Lobes über sein Team. „Sicherlich gehört auch etwas Glück dazu. Aber wir haben sehr diszipliniert agiert. Unser Ziel war es, die Vorrunde zu überstehen. Das hätten wir uns mit einem schwachen Spiel gegen Borna fast vermasselt. Gegen Wismut Gera im Halbfinale sind wir dann zweimal in Rückstand geraten, haben aber Moral bewiesen und das Blatt noch gedreht. Das war schon ein starker Auftritt“, urteilte Falk Hofmann. CFC-Trainer Christian Tiffert nahm die Finalniederlage nicht ganz so schwer. „Wir hätten auch gern gewonnen. Chancen hatten wir genug. Aber das ist eben Hallenfußball“, urteilte er.

In Zitterpartie gegen Borna das Aus abgewendet

Fast hätten die Schmöllner gar nicht im Halbfinale gestanden. Dem ersten Achtungszeichen beim 2:0 gegen den Chemnitzer FC - die Westsachsen spielen immerhin drei Klasse höher - folgte ein 2:1 gegen Stahl Riesa. Weiter war man damit noch nicht. Zwar durfte man sich zum Abschluss gegen den Bornaer SV eine Niederlage mit einem Tor Unterschied erlauben, um Gruppenzweiter zu werden. Doch in der Schlussminute lag man plötzlich mit 0:2 hinten, nachdem man sich das zweite Gegentor sogar in eigener Überzahl eingefangen hatte. Aber die Schmöllner behielten die Nerven. Mit spielerischem Mitteln kombinierte man sich nochmals bis zum Bornaer Kasten durch und erzielte durch Etienne Förster 16 Sekunden vor Abpfiff den 1:2-Anschluss.

Damit traf der Landesklasse-Tabellenführer im Halbfinale auf Thüringenliga-Spitzenreiter Wismut Gera. Die Geraer hatten sich mit drei Siegen gegen Motor Altenburg (3:0), den SV Rositz (4:1) und den ZFC Meuselwitz (3:2) souverän in der anderen Staffel durchgesetzt. Das Fast-U 23-Team von Kevin Brettfeld mit drei A-Junioren ging durch Jimmy Wagner und Nicolas Boser zweimal in Führung, wobei Paul Baumgärtel und Eric Lochmann postwendend ausglichen. Schmölln hatte den längeren Atem und kam durch Jan Marvin Krüger zum nicht unverdienten 3:2-Siegtreffer.

Im anderen Überkreuzvergleich hatte sich Vorjahressieger ZFC Meuselwitz im Duell der beiden Regionalligisten dem Chemnitzer FC mit 2:4 beugen müssen. Die 2:0-Führung des CFC machte Luis Fischer per Doppelpack wett. Doch wieder ging die Tiffert-Truppe in Führung. Während Louis Fischer nur die Latte traf, machten die Westsachsen im Gegenzug alles klar.

Zipsendorfer entscheiden Spiel um Platz drei

Im Spiel um Platz drei hielten sich die Zipsendorfer dann mit einem 3:2-Erfolg gegen Wismut Gera schadlos. Robin Paulick und Philipp Sovago hatten die Orange-Schwarzen jeweils in Führung gebracht. Luca Bürger und Leon Schmökel egalisierten, ehe Luis Fischer einen lehrbuchreifen Konter mit dem Siegtreffer abschloss. An Luca Bürger gingen gleich zwei Einzelauszeichnungen. Neben der Ehrung als bester Spieler teilte er sich die Torjägerkrone für fünf Treffer mit seinem Teamkollegen Luis Fischer. Zufrieden war der ZFC-Spielmacher trotzdem nicht.

„Wir hätten gern unseren Vorjahreserfolg wiederholt. Im letzten Gruppenspiel haben wir Gera unterschätzt und mussten so als Staffelzweiter ins Halbfinale, in dem Chemnitz unsere Fehler eiskalt bestraft hat“, monierte Luca Bürger. Doch auch der SV Schmölln 1913 war dem 26. Altenburger Neujahrsturnier ein würdiger Sieger. 850 Zuschauer in der Sporthalle Goldener Pflug sorgten für einen würdigen Rahmen.