Marco Alles über den Start der deutschen Skijäger bei den Titelkämpfen in Nove Mesto – und was Hoffnung macht.

Es ist wie verhext. In der Breite gehören die deutschen Biathletinnen und Biathleten nach wie vor zu den stärksten Nationen der Welt. Trotzdem bekommen sie es nicht in Zählbares umgesetzt, wenn es darauf ankommt. In den prestigeträchtigen Mixedstaffeln geht das Team bei Großereignissen nunmehr schon seit fünf Jahren leer aus. Das ist weder Zufall noch Pech, sondern ein Zeichen von Form- oder Nervenschwäche. Auch im Biathlon gilt: Eine Viererkette ist nur so stark, wie ihr schwächstes Glied.

Franziska Preuß vergab in der Mixedstaffel durch schlechtes Schießen eine mögliche WM-Medaille.
Franziska Preuß vergab in der Mixedstaffel durch schlechtes Schießen eine mögliche WM-Medaille. © dpa | Hendrik Schmidt

Eine Medaille zum WM-Einstieg wäre ein Brustlöser gewesen und hätte nicht nur die Stimmung im trüben Tschechien verbessert. Sie hätte auch die Ausgangslage vor dem ersten Einzelwettkampf an diesem Freitag vereinfacht. Jetzt stehen Franziska Preuß und Co. im Sprint schon gehörig unter Druck. Denn der bisherige Saisonverlauf mit etlichen Podestplätzen hatte die Erwartungen für Nove Mesto spürbar ansteigen lassen.

Hoffnung macht vor allem der Auftritt der Männer. Justus Strelow – einmal mehr überragend am Schießstand und auch gut in der Loipe – sowie der läuferisch überzeugende Philipp Nawrath setzten die Reihe der starken Leistungen in diesem Winter fort. Allerdings: Im weiteren WM-Verlauf wird es nicht nur auf die körperliche Verfassung und fehlerlose Schießergebnisse ankommen. Bei den komplizierten Bedingungen mit nassem und tiefem Schnee ist auch Top-Material gefragt. Mehr noch als sonst.

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