Oberhof. Der Weltmeister wird beim Heimspiel in Oberhof bei fragwürdigen sportlichen Bedingungen im Einsitzer-Rennen Zweiter.

Wer bremst gewinnt! Dieser fürs Rennrodeln eher paradoxe Ansatz galt beim Einsitzer-Rennen der Männer am Sonntag. Aufgrund des Dauerregens beim Heim-Weltcup in Oberhof wurden die Bahnbedingungen im zweiten Lauf immer schlechter. Das war natürlich auch den Athleten bewusst und zahlreiche Favoriten fuhren deswegen im ersten Lauf mit „angezogener Handbremse“, um im finalen Rennen eine frühe Startnummer und dadurch bessere Bedingungen als die Konkurrenz zu erwischen.

Kurz vor der Ziellinie in Lauf eins hatte auch Max Langenhan gebremst. „Ich hätte mehr bremsen müssen“, meinte der Friedrichrodaer nach Rang zwei hinterher. „Hätte ich nicht gebremst, wäre ich wahrscheinlich noch fünf Plätze weiter hinten gelandet.“ Es sei „schade“, dass man für den Sieg zu diesem eigentlich unsportlichen Mittel greifen musste. „Vielleicht überlegt der Weltverband jetzt mal die Startreihenfolge zu ändern“, machte der 24-Jährige einen Vorschlag für etwas fairere Bedingungen.

Lette Aparjods fährt von Platz 17 zum Weltcup-Sieg

Langenhan war als Siebtletzter in den finalen Lauf gegangen, hatte aufgrund der schlechteren Bahn aber trotz einer Top-Leistung keine Chance mehr auf Rang eins. Den Sieg sicherte sich der Lette Kristers Aparjods - nach dem ersten Lauf noch 17. Dritter wurde der Österreicher David Gleirscher, der noch 23. nach Lauf eins war.

Damit muss Langenhan, der seine Gesamtführung im Weltcup ausbauen konnte, weiter auf seinen ersten Sieg in Oberhof warten. Sein Heimspiel sei ein bisschen „verflucht“, meinte der Weltmeister. Aber schon nächste Woche hat er eine neue Chance.