Aufbau Altenburg kassiert in Handball-Thüringenliga zum dritten Mal 27 Tore

Goldbach.  Aufbau-Handballer kassieren in Thüringenliga 19:27 (7:15)-Niederlage in Goldbach

Nico Bertus blockt den Goldbacher Jonas Höfner. Tommy Bauch verfolgt die Szene liegend. 

Nico Bertus blockt den Goldbacher Jonas Höfner. Tommy Bauch verfolgt die Szene liegend. 

Foto: Mike El Antaki

Die Aufbau-Männer zahlen Lehrgeld – 27 Tore zum Dritten: So einfach könnte man den bisherigen Saisonverlauf der ersten Männermannschaft des SV Aufbau Altenburg bislang zusammenfassen.

In jedem der drei gespielten Partien schenkten die gegnerischen Teams den Skatstädtern nämlich 27 Treffer ein. Ein einziges Mal – beim Unentschieden gegen die SG Motor Arnstadt/Plaue – konnten die Schützlinge von Trainergespann Oliver Schörnig und Sebastian Heilmann diesen Angriffsbemühungen Paroli bieten, ansonsten zahlte die junge Truppe viel Lehrgeld.

Denn auch beim Auswärtsspiel gegen die SV Blau-Weiß Goldbach/Hochheim, das letztlich mit 19:27 deutlich verloren ging, scheiterten die Ostthüringer nicht an einem übermächtigen Gegner, sondern an sich selbst. Bereits der Start in die Partie war dabei symptomatisch.

Während die Gastgeber in der Nessetalhalle hochkonzentriert begannen und die Fehler im Abwehrverband der Gäste rigoros bestraften, wirkten die Altenburger unstrukturiert. Nach knapp zwölf Minuten Spielzeit sah sich Chefcoach Schörnig deshalb bereits gezwungen, die Reißleine zu ziehen und seine erste Auszeit zu nehmen.

Die neuerliche Ansprache verfehlte allerdings ihre Wirkung, da sich auf dem Feld nun selten noch sechs Feldspieler der Altenburger befinden sollten. Nachdem zunächst Tim Krause, dann Florian Schörnig und wenige Zeit später auch Nico Bertus auf der Bank Platz nahmen, kam logischerweise kein Spielfluss im Aufbau-Team zustande, sodass der Rückstand kurz vor der Halbzeit bereits deutlich ausfiel (7:12).

Drei Zeitstrafen für Tim Krause

Als nach einem neuerlichen Foul Abwehrchef Krause gar die dritte Zeitstrafe kassierte und damit für den Rest des Spieles zum Zuschauen verdammt war, schien das Team völlig den Faden zu verlieren. Nach 30 gespielten Minuten leuchtete ein 15:7 auf, und erneut blickten die Skatstädter mit langen Mienen gen Anzeigetafel. In Hälfte zwei änderte sich an den „Machtverhältnissen“ nichts.

Während die Gastgeber ohne große Gegenwehr ihr Spiel aufziehen konnten, scheiterten die Aufbau-Männer an sich selbst. Allen voran in der Chancenverwertung zeigte das Team eine desolate Vorstellung und baute den Gegner damit unnötig auf. Der musste dann auch nicht mehr tun als zwingend erforderlich, baute seine Führung kontinuierlich auf und holte sich über die Stationen 21:10, 24:14 und 25:18 den verdienten 27:19-Doppelpunktgewinn.

Kritische Situation

Für die Aufbau-Männer stand indes wieder die Erkenntnis zu Buche, dass mehr drin gewesen wäre – bei mehr Konzentration und einer besseren Chancenverwertung. Denn dass sie spielerisch in der Lage sind, sich eben jene Torgelegenheiten zu erarbeiten, stand auch diesmal außer Frage.

„Wenn wir es nicht bald schaffen, unsere Trainingsleistung im Spiel aufs Parkett zu bringen, stecken wir gleich zu Beginn der Saison mitten im Abstiegskampf. Dann können wir unser Vorhaben, einen einstelligen Tabellenplatz zu erreichen, erstmal begraben und direkt ums Überleben kämpfen“, fasste Kapitän David Kießhauer die Situation nach der zweiten Saisonniederlage zusammen.

Am Samstag steht bereits die nächste schwere Partie ins Haus. Im Ostthüringen-Derby trifft die Schörnig-Equipe auf den HSV Ronneburg. Der erwischte im Gegensatz zu den Altenburgern einen lupenreinen Saisonstart und blickt mit 4:0-Punkten von Tabellenrang zwei auf den derzeitigen Neunten der Liga herab. Kein Grund jedoch vorzeitig aufzustecken, schließlich haben die Aufbau-Männer noch reichlich Potenzial in petto.