Bad Köstritzer Seidel-Zwillinge stürmen Mehrkampf-Bestenliste

Bad Köstritz.  Leichtathletik: Trainer Horst Krinke freut sich über Rang vier für Clara Seidel im Blockmehrkampf Sprint/Sprung

Trainer Horst Krinke hat mit den Zwillingsschwestern Clara (l.) und Emily Seidel vom LAV Elstertal Bad Köstritz noch viel vor.

Trainer Horst Krinke hat mit den Zwillingsschwestern Clara (l.) und Emily Seidel vom LAV Elstertal Bad Köstritz noch viel vor.

Foto: Jens Lohse

Dass eine Leichtathletin vom LAV Elstertal Bad Köstritz Platz vier in der deutschen Jahresbestenliste einnimmt, ist nicht alltäglich. Clara Seidel ist das gelungen. Mit in Leipzig Anfang Oktober erreichten 2701 Punkten hat sie sich in der Altersklasse W 15 im Blockmehrkampf Sprint/Sprung genau auf diese Position geschoben – quasi auf den letzten Drücker.

„Auf den Blockmehrkampf haben wir hin trainiert. Ziel war die deutsche Meisterschaft in Oberbayern, die aber ausgefallen ist. Durch die sechswöchige Trainingspause kam die Form erst spät“, mein Horst Krinke. Der 83-Jährige aus Bad Köstritz nach wie vor mit großer Akribie als Trainer tätig. Clara Seidel hatte in Leipzig stark begonnen. 12,35 s über 80 m Hürden, 1,58 m im Weitsprung und 27,60 m mit dem Speer konnten sich sehen lassen.

Als das Starterfeld dann eine halbe Stunde auf die 100 m warten musste, war die Konzentration dahin. 13,01 s bei 1,1 m/s Rückenwind waren noch ganz in Ordnung. Doch die 4,90 m im Weitsprung verhinderten eine Platzierung unter den ersten drei Mehrkämpferinnen. 5,16 m sind da Bestweite.

Erstmals über 300 Meter gestartet

„Ich bin froh, trotzdem noch so gut in Form gekommen zu sein“, so die 15-Jährige, die mit ihrer Zwillingsschwester Clara die zehnte Klasse am Christophorusgymnasium in Droyßig besucht. Ihre Klasse stellte die Dritte der Mitteldeutschen Siebenkampf-Meisterschaften dieses Jahres jüngst in Neukieritzsch unter Beweis. Trainer Horst Krinke hatte sie erstmals für die 300 m angemeldet, wo sie in 42,69 s ein Achtungszeichen setzte. Noch besser lief es im Dreisprung kaum eine halbe Stunde später.

„Wir hatten das im Training kaum geübt. Umso erstaunlicher war die Weite“, so Clara Seidel. 11,17 m reichten gleich beim Debüt für Rang sieben in der deutschen Jahresbestenliste.

„Beim ersten Versuch hat sie etwas das Gleichgewicht verloren, ist mit dem Gesicht im Sand gelandet. Das hat sie aber eher beflügelt. Dann lief es besser, auch wenn sie das Brett nie annähernd getroffen hat. 30 Zentimeter mehr sind also locker drin“, urteilte Horst Krinke nach der Premiere.

Auch Zwillingsschwester Emily trainiert dreimal in der Woche. Im Blockmehrkampf Sprint/Sprung ordnete sie sich mit 2566 Punkten auf Rang zwölf in Deutschland ein. In ihrer Lieblingsdisziplin, über die 80 m Hürden war sie in 12,27 s schneller als ihre Schwester unterwegs. In Neukieritzsch probierte sie die 200 Meter aus und lief ordentliche 27,25 Sekunden.