Der Appetit auf Süßigkeiten

Jena.  Auch während des zweiten Lockdowns präsentiert Lars Wolf seine Mitmach-Show

Lars Wolf, ehemaliger Ringer und Hallensprecher des HBV Jena 90.

Lars Wolf, ehemaliger Ringer und Hallensprecher des HBV Jena 90.

Foto: Lars Wolf

Lars Wolf hat es wieder getan. Auch den zweiten Lockdown nutzt der ehemalige Ringer für eine Mitmach-Show in Sachen Sport. Seit dem 2. November kann man den einstigen Athleten täglich auf Facebook und Instagram bewundern, wie sich der Hallensprecher des HBV Jena diversen Herausforderungen stellt. An einem Tag macht er Klappmesser und Liegestütze auf der Isomatte im Wohnzimmer, an einem anderen Klimmzüge auf einem Spielplatz.

Dass sich Lars Wolf erneut ein Fitnessprogramm auferlegt, hat indes zweierlei Gründe: „Auf der einen Seite macht es mir einfach nur Spaß. Ich möchte die Leute unterhalten und sie auch dazu animieren, während dieser Tage ein wenig fit zu bleiben. Sie sollen sehen, dass man auch noch mit Mitte vierzig problemlos Klimmzüge machen kann. Auf der anderen Seite nutze ich das Format auch dazu, um mich selbst zu motivieren. Ansonsten würde es mir schwerfallen, mich aufzuraffen. Das setzt mich auch ein wenig unter Druck. Das ist eine Win-win-Situation“, sagt der 44-Jährige.

Er benötige einfach die Bühne sowie den Austausch mit anderen Menschen. Und ja, er habe halt auch ein Laster. Denn wenn sich die Sonne am Himmel ab November spürbar rarmache, neige er dazu, sich an süßen Gaumenfreuden zu laben. „Da nimmt der Appetit bei mir nach Süßigkeiten ungemein zu, sodass ich dann eben auch ein paar Kilo zu viel auf den Rippen mit mir herumtrage“, gesteht die Frohnatur mit ausgesprochenen Bühnenqualitäten.

Bereits während des ersten Lockdowns im Frühjahr 2020 gab sich Wolf auf der virtuellen Bühne täglich die Ehre, trug anlässlich der Maskenpflicht sogar einmal einen Mund-und-Nasenschutz. Gleichzeitig beschwor er längst vergangene Tage, indem er sein altes Ringertrikot aus Greizer Tagen aus dem Wäscheschrank kramte und anzog. Es habe zwar hie und da etwas gespannt, doch im Großen und Ganzen habe es ihm noch gepasst.

Diesmal mit Jenaer Trikot

Auch dieses Mal greift der Justizhauptsekretär auf jenes unwiderstehliche Stück Sportbekleidung zurück, das Außenstehende immer an die Herrenbademode aus den Anfangstagen des vergangenen Jahrhunderts erinnert. Aber natürlich nur bei Leibesübungen in den heimischen Gefilden. „Dieses Mal trage ich aber ein Trikot des KSC Motor Jena. Das sitzt nicht so eng“, sagt Wolf, der einst für Rotation Greiz und eben den KSC Motor Jena rang.

Und wie ist es um die Resonanz bestellt? „Ich bin zufrieden. Ich trete hier ja nicht als Influencer oder Sportsuperstar an“, resümiert Wolf. Außerdem habe er nach seiner Premiere im Frühjahr auch das eine oder andere in puncto Reichweite dazugelernt. Denn mittlerweile können alle jene seine Beiträge auch teilen, die ihm in den sozialen Netzwerken folgen.

Stolz berichtet Wolf von einer wahrlich treuen Fan-Seele da draußen im virtuellen Äther, die jedes seiner Videos teilen würde. Doch damit nicht genug, hat sich doch auch noch ein ehemaliger Wegbegleiter aus Greizer Ringer-Tagen bei ihm gemeldet, der mittlerweile in Peking lebt.

„Er fand das Format gut und hat auch einen Wettkampf Deutschland gegen China vorgeschlagen“, berichtet Wolf. Doch fürs Erste sei es bei besagtem Vorschlag geblieben, habe er doch seitdem nichts mehr von seinem ehemaligen Teamkollegen gehört. Wolf vermutet, dass sich sein Ringer-Kollege erst einmal in Form bringen müsse. „Er ist bestimmt am zehnminütigen Workout gescheitert“, sagt der Hallensprecher und lacht.

Ach ja, bei einer Sache bleibt sich der Hallensprecher auch dieses Mal bei seiner Mitmach-Show treu: „Ich werde nicht joggen. Das macht einfach keinen Spaß. Ich kann nicht wirklich nachvollziehen, warum sich Menschen das antun.“