„Der Ball ist bunt“ beim Zeulenrodaer Sportlerball

Greiz  Jasmin Richter, Jens Schumann und die Zeulenrodaer Faustballer sind die Umfragesieger nach den populärsten Sportlern Zeulenrodas im Jahr 2018.

Landrätin Martina Schweinsburg (links)  überreicht  Marianne Jankowski den Sportpreis für das „Sportliche Lebenswerk“.

Landrätin Martina Schweinsburg (links)  überreicht  Marianne Jankowski den Sportpreis für das „Sportliche Lebenswerk“.

Foto: zgt

Auch die Kleinen kommen manchmal ganz Groß raus. Mit 1355 Stimmen wurde Billardspieler Jens Schumann vor dem EM-Zweiten im Ringen, Martin Obst und Leichtathlet ­Timo Krinke zum „Populärsten Sportler“ 2018 im Landkreis Greiz gewählt.

Billard als „hocherotischer Sport“

„Das ist eine große Überraschung und eine große Freude, dass wir als kleine Sportart so viele Stimmen sammeln konnten“, sagte Jens Schumann beim Ball des Sports im Bio-Seehotel Zeulenroda. „Und ich lade jeden herzlich zu uns nach Weida ein, damit jeder sieht, dass, und warum Billard Sport ist.“ Und Moderator Christian Müller setzte noch einen drauf und fragte den Umfragesieger: „In einem Zeitungsinterview haben Sie gesagt: Billard sei ein hocherotischer Sport, das müssen Sie dem Saal erklären.“ Und Billard-Ass Jens Schumann entgegnete: „Nicht was Sie vielleicht denken. Die Kugeln werden mit sehr viel Feingefühl auf die Reise geschickt – das ist es.“

Jasmin Richter, die mit 2790 Stimmen die Wahl zur populärsten Sportlerin gewann, sah es ähnlich. „Taekwondo ist ja nicht die bekannteste Sportart, da freue ich mich sehr, dass ich die Umfrage gewonnen habe“, sagte die 19-Jährige. Die Kampfsportlerin vom TuS Osterburg Weida studiert in Jena Kommunikationswissenschaften und Psychologie, schafft es aber Ausbildung und Sport zu verbinden.

„Ich fahre fast jeden Tag nach Hause zum Training. Das ist zwar zeitaufwendig, aber ich habe im Sport noch einiges vor.“ Fest steht, dass sie 2019 an der Universiade in Neapel und der Studenten-EM starten wird, und für die U21-EM möchte sie sich auch qualifizieren. Als Zweite und Dritte wurden die Feuerwehrsportlerin Maria Rauschenbach und Ringerin Eyleen Sewina auf die Bühne gerufen.

Die Wahl zur populärsten Mannschaft gewannen die Faustballer des SV 1975 Zeulenroda vor den Bundesligakeglerinnen des SV Pöllwitz und der Weidaer Billardmannschaft.

Die Zeulenrodaer Faustballer streben den Aufstieg in die 2. Bundesliga an. Am 27./28. Juli richtet der Verein das Aufstiegsturnier im Zeulenrodaer Waldstadion aus. „Wir wollen um den Aufstieg mitspielen“, sagt Justin Kießling. Die Mannschaft sei eingespielt, doch es sei schwer, „dass wir auf Dauer zusammen bleiben. Wir sind fast alle in der Ausbildung, trainieren, weil es nicht anders geht, meist am Sonnabend.“ Doch mit dem Aufstieg wolle man sich belohnen, „so lange es geht, erfolgreich zusammen spielen“.

Sportpreise an Eyleen Sewina und den SV Pöllwitz

So oft es geht, ist Eyleen Sewina in Greiz. Die Ringerin trainiert am Leistungszentrum in Frankfurt/Oder und studiert in Berlin. Die Silbermedaillengewinnerin der Junioren-EM erhielt den Sportpreis „Sportliche Leistung 2018“. In der Schul-AG hatte sie einst mit dem Ringkampf angefangen und alle aufs Kreuz gelegt – und so darf man gespannt sein, welche Erfolge sie noch erkämpfen wird.

In der Kategorie Mannschaft des Jahres 2018 ging der Sportpreis an den SV Pöllwitz. Als Bundesligaaufsteiger hatte sich das Team von Trainer Ronny Hahn die Vizemeisterschaft gesichert, dem deutschen Serienmeister und Weltpokalsieger SKC Victoria Bamberg seit Jahren wieder eine Niederlage beigebracht. „Wir sind selbst von unserem Erfolg etwas überrascht. Was uns auszeichnet ist, dass wir ein Team sind, wir können uns aufeinander verlassen“, sagte Friederike Pfeffer. Im Oktober kegeln die Pöllwitzerinnen auch international. Als Vizemeister haben sie sich für das Europapokalturnier in Kroatien qualifiziert.

Dass man sich und seinen Sport auch mal mit einem Augenzwinkern sehen kann, bewies Nachwuchs-Preisträger Dennis Drechsler vom TC Chemie Greiz, der auf die Frage, warum er Tauchsportler sei, entgegnete: „Unter Wasser habe ich meine Ruhe.“

Die Ehrung für das „Sportliche Lebenswerk“ erhielt die Geraerin Marianne Jankowski. „Schreiben Sie nicht so viel über mich“, sagte sie mit einem Lachen. „Was ich mache, das mache ich gern. Ich teile mit meinen Sportlerinnen die Freude am Sport, die ich empfinde.“

Die 83-Jährige führt in Brahmenau noch immer und seit Jahrzehnten eine Gymnastikgruppe, setzt sich aufs Spinningrad, „weil ich mich da immer schön auspowern kann“. Schon 25-mal ist Marianne Jankowski einen Marathon gelaufen. Respekt!

Als der Ball des Sports begann, hatte der neue KSB-Vorsitzende Jan Koschinsky bekannt: „Wenn ich als Trainer an der Kegelbahn sitze, da bin ich nicht so aufgeregt wie ich es heute bin.“

Aber die Aufregung war ihm nicht anzumerken, der Ball des Sports ging ohne Probleme über die Bühne und Landrätin Martin Schweinsburg merkte an: „Jeder Euro, der für den Sport eingesetzt wird, ist gut angelegtes Geld. Sport erziehe zum Teamgeist, vermittelt, dass es Regeln im Miteinander gibt, die es einzuhalten gilt und dass es im Sport wie im Leben nicht nur Siege zu feiern gibt. Man könne den vielen Ehrenamtlichen für ihre Arbeit und ihr Engagement nicht genug danken.“

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