Der Höhepunkt der Party

Jena  Der Fanclub „Die Fraggles“ feierte nicht nur den Klassenerhalt, sondern auch seinen 30. Geburtstag

Die größte Party zum 30-Jährigen: Der Fanclub „Die Fraggles“ hatten anlässlich ihres Geburtstages eine besondere Botschaft an ihren Lieblingsverein parat.

Die größte Party zum 30-Jährigen: Der Fanclub „Die Fraggles“ hatten anlässlich ihres Geburtstages eine besondere Botschaft an ihren Lieblingsverein parat.

Foto: Tino Zippel

Die Hüte glitzern. Blau. Gold. Und weiß. Die ebenso farbenprächtige Krawatte sitzt so perfekt, wie sie nach 90 nervenaufreibenden, erfolgreichen Fußballminuten nur sitzen kann. Die Hemden: Schneeweiß. Die Herren des Fanclub „Die Fraggles“ ziehen stolz mit ihrem Banner über den Rasen des Ernst-Abbe-Sportfeldes. Seht her, unser Stadion, unser Klub, unser Stolz!

Vor 30 Jahren wurde der Fanclub gegründet, gehört damit zu den älteren seiner Art beim FCC. Von Beginn an ganz vorn dabei: Andreas Stiebritz, auch „el präsidente“ genannt. Dass man nun ausgerechnet auf den TSV 1860 München traf in diesem entscheidenden Spiel, ist für die „Fraggles“ etwas besonderes. Denn die erste gemeinsame „Westreise“ anno 1991 in der Zweiten Liga führte den Fanclub nämlich ins Stadion an der Grünwalder Straße zu den Münchner Löwen.

Die Partie in Jena am Samstag geriet nun so zum Höhepunkt der Festlichkeiten anlässlich des runden Geburtstages. Am vorigen Mittwoch wurde im Fanhaus gefeiert, als Ehrenfraggles waren Mannschaftsleiter Uwe Dern und die Spieler Manfred Starke und Justin Schau zu Gast. Sie brachten ein Trikot mit – Rückennummer 30. Und beide gehörten am Samstag zu den ersten Spielern, die von den Fraggles geherzt wurden.

Direkt vor dem Anpfiff hielten die Fanclubmitglieder ein großes Banner nach oben – während unten auf der Tartanbahn Sebastian Theml am Mikrofon stand. Er ist „Technischer Direktor“ beim FC Carl Zeiss Jena – und das im wortwörtlichen Sinne. Alle Technik, die der Klub besitzt und die funktionieren muss, hält er unter seinen Fittichen. Doch das Organisationstalent ist nicht das einzige, was ihn ausmacht – denn singen kann er auch. Seine Stimme ist den meisten Zeiss-Fans lange bekannt, jetzt wissen sie auch, wer dahintersteckt. Theml singt die Stadionmelodie „Wir woll‘n Jena siegen seh‘n“. Voller Inbrunst singen er und die knapp Zehntausend, die es gut mit dem FCC meinen. Freilich auch die Fraggles. Als Mitte der zweiten Halbzeit das dritte und vierte Tor für den FC Carl Zeiss fällt, sitzt Theml am Rand. „Es ist ein tolles Gefühl, wenn nun langsam der Druck abfällt“, erklärt er leise.

Warum Nele Schenker ihr Handy malträtierte

Ganz anders ist die Gefühlslage bei Nele Schenker. Die Moderatorin von „Magentasport“ malträtiert ihr Handy mit der Aktualisierung des Livetickers der Dritten Liga. Sie weiß als Augenzeugin, dass Jena gerettet ist. Doch ihr Lebensgefährte heißt Robert Müller – und der spielt für die direkte Konkurrenz von Energie Cottbus. Sie ist wohl die einzige im Stadion, die hinterher traurig nach Hause fährt.

Ganz anders natürlich die Fraggles. Die feierten bis in die frühen Morgenstunden im Vereinsheim in Lützeroda. Den Klassenerhalt. Den eigenen Geburtstag. Den Sieg gegen die Münchner Löwen. Im Juni ist dann noch ein gemeinsamer Ausflug geplant. Nach Oberwiesenthal soll es gehen. Zwei Tage lang in Erinnerungen schwelgen, Geschichten erzählen, Pläne schmieden.